50 Jahre erste Deutsche Meisterschaft

Volkssport am 12. Mai 2012 um 17:28

Zwar ist der fünfte Abstieg der Vereinsgeschichte momentan noch allgegenwertig, doch insbesondere in diesen schwierigen Zeiten spendet die Erinnerung an bessere Zeiten ein wenig Trost. Am 12.05.1962 gewann der 1. FC Köln zum ersten Mal in seiner Geschichte die Deutsche Meisterschaft. Vor der Einführung der Bundesliga ein Jahr später, wurde die Meisterschaft noch in einer Endrunde ausgespielt und im Finale wurde der 1. FC Nürnberg im Berliner Olympiastadion mit 4:1 bezwungen. Das Bild des jubelenden Hans Schäfer gehört wohl zu den bekanntesten Zeugnissen deutscher Fußballgeschichte.

Nicht zuletzt aufgrund dieser ruhmreichen Vergangenheit hat der FC auch in der heutigen Zeit noch diese unglaubliche Anziehungskraft auf so viele Menschen. Die Ereignisse von 1962 werden in den einschlägigen Medien und von Seiten des 1. FC Köln momentan rekapituliert, besonders herzuvorheben ist in diesem Zusammenhang Dirk Unschuld und sein unermüdlicher Einsatz für die Bewahrung der Geschichte des 1. FC Köln . Wir beschränken uns an dieser Stelle darauf der Mannschaft und den Verantwortlichen von damals unseren Dank und unsere Hochachtung auszusprechen. Dabei niemals in Vergessenheit geraten darf natürlich auch Franz Kremer, der Vater dieses Erfolgs! Wir werden allen Beteiligten stets ein ehrwürdiges Andenken bewahren.

Auch nach 1962 hat der 1. FC Köln viele große Fußballer hervorgebracht, einer dieser Spieler war Heinz Flohe. Der Doublesieger von 1978 liegt seit fast zwei Jahren im Wachkoma und zur Unterstützung für seine Familie findet am 18.05.2012 ein Benefizspiel im Franz-Kremer-Stadion statt. Ein Besuch sollte natürlich Pflicht sein und Heinz Flohe gelten unsere besten Genesungswünsche. Auch seiner Familie wünschen wir auf diesem Weg alles Gute!

Stellungnahme zur Vorstandswahl des 1. FC Köln

Volkssport am 11. April 2012 um 11:39

Unterstützer (Stand 23.04.2012):

ABSCHAUM Köln 1999
Achte Jeisel Jottes
Andersrum Rut-Wiess
ARROGANTIA COLONIA 1994
Bergische Nordsee Geißböcke
Boyz Köln 2001
Brigade Red Cologne 1999
Cologne Power East Belgium
Coloniacs
Domstadt Diva
Domstadt Syndikat
Drinking Now
Eifelkutten
Elitäre Arroganz Ruhrpott
Emsböcke Salzbergen 1998
Enser Geißböcke
Extrem Böck Hessen
FanOrga – Op ewig treu
Fantastica Colonia 1948
FC Crusaders Cologne
FC-Fründe Mai’98
Fluktuation Acht
För ming Mam 08
Gate 4
Hennes im Münsterland
Hepp’s Flinke Flaschen
High Society Pulheim
Jetzt erst recht 2007
KÖLN-SÜD
Kölsch Bajaasch
Kölsche Mythos
Kölsches Herzblut
Ladies in Red
Mutierte Geißböcke
Pleeser Geißböcke
RE7-Crew
Red Sky Cologne
Red-White Rheine 2001
Rotbachböcke 05 Erftstadt
Rote Böcke
Rote Elite Domstadt
Rut Wiess Colonia
Schäälsick United
Schalala Colonia
Sektion Remscheid
Sektion Videotext
Südstadt Boyz Cologne
Suffböcke Dünnwald
Tohuwabohu Köln
Troika Köln
Ultima Ratio Colonia
Veedels Radau
Wahner Jungs
wenn der Hennes lacht
Wilde Horde 1996
Die Liste wird laufend ergänzt…

Rund um den 1. FC Köln fällt es momentan sicherlich nicht leicht den Tabellenplatz, die sportliche Talfahrt und die Querelen rund um die Fanszene für einen Moment auszublenden, aber angesichts der Wahl des neuen Vorstands ist dies zweifelsohne nötig. Auf den ersten Blick erscheint diese Wahl durch die kurze Dauer der Periode bis zur nächsten turnusmäßigen Wahl vielleicht nicht sonderlich wichtig. Man kann sozusagen von einem Übergangspräsidium sprechen. Es geht allerdings bei der anstehenden Wahl nicht nur um einzelne Personen, sondern um eine grundlegende Richtung für den FC. Aus diesem Grund wollen wir vor der anstehenden Entscheidung Stellung beziehen.

Seit der Jahreshauptversammlung 2010 sind viele Bereiche überprüft und überarbeitet worden. Spätestens seit dem Rücktritt des Vorstands rund um Wolfgang Overath wurden diese Prozesse noch beschleunigt. Die Kommunikationspolitik wurde verbessert, das Merchandising weiter professionalisiert, der Bereich Scouting im Nachwuchsbereich breiter aufgestellt und den aktiven Mitglieder wurde endlich die Möglichkeit zur Partizipation gegeben, wie in Fragen der Vereinspolitik (”50+1″) oder bei der Änderung der Satzung. Der Verwaltungsrat und die anderen Gremien arbeiten im Hintergrund an Sachfragen und sind endlich dabei dem FC eine zeitgemäße Struktur zu geben: Die Allmacht eines Vorstandes einzuschränken, Kontrollebenen einzuführen und die Erfahrung der Gremiumsmitglieder in die Prozesse einfließen zu lassen, sind absolut zu begrüßen Zudem lief die Suche nach Vorstandskandidaten sehr professionell ab und die Kölner Presse tappte wohl selten so lange im Dunkeln. Wir aktiven Fans haben genau diesen Weg sowie die Ablösung von Wolfgang Overath verlangt und zudem immer wieder Forderungen nach Teamarbeit, Professionalisierung und Mitgliederpartizipation gestellt. Genau diesen Forderungen wird durch die Kandidatur des Teams „Spinner“ Rechnung getragen. Sicherlich kann niemand sagen, ob die drei den Ansprüchen gerecht werden, aber der geforderte Neuanfang braucht Zeit. Dementsprechend ist jetzt auch die nötige Geduld gefragt, die Entwicklungen abzuwarten und einen Vorstand im Lauf der Zeit an den Erwartungen zu messen.

Außerdem sollte man sich in diesem Fall auch auf das Urteil des Verwaltungsrates verlassen. Vertreter wichtiger Partner des 1. FC Köln, die den Verein teilweise schon seit Jahren unterstützen, haben die Auswahl sicherlich besten Gewissens getroffen. Die Erfahrung dieser Unternehmer haben in Verbindung mit einem Personalberater viele Faktoren in die Entscheidung mit einfließen lassen. Es wäre haltlos den drei Kandidaten die nötige Qualifikation abzusprechen. Durch Einbindung des Aufsichtsrates in den Prozess ist zudem gewährleistet, dass dem Präsidium zugetraut wird bestmöglich mit der Kapitalgesellschaft zusammen zu arbeiten und den nötigen Einfluss auf die Geschäftsführung zu nehmen. Schließlich muss die zukünftige Gesellschafterversammlung insbesondere ihrer Aufgabe zur Kontrolle und Überwachung der Geschäftsführung nachkommen. Natürlich darf dabei nicht vergessen werden, dass es generell um ein Konzept gehen muss, welches der Vorstand auf diese Weise durchsetzen muss. Die „Antrittsrede“ von Werner Spinner traf dabei doch genau den Kern dessen was sich die meisten Mitglieder und Fans wünschen.

Ebenfalls möchten wir uns an dieser Stelle zu einer möglichen Kandidatur Franz-Josef Wernzes äußern. In der Öffentlichkeit fällt Herr Wernze meistens durch Kommentare zu zahlreichen Ereignissen rund um den 1. FC Köln und teilweise unsachlicher Kritik an nahezu sämtlichen Institutionen und Personen des Vereins auf. Seit dem Rücktritt von Wolfgang Overath tritt er nahezu ausschließlich destruktiv (Veröffentlichung von Schriftverkehr am 10.01.2012) auf. Momentan scheint es um den bergischen Hopp zwar ruhig geworden zu sein, vielleicht handelt es sich dabei aber auch um bloße Wahlkampftaktik. Die Liste seiner öffentlichen Verfehlungen („Ich strebe kein Amt beim FC an!“ Interview vom 04.06.2011) ist lang. So sorgt er sogar bei einer Vielzahl langjähriger und zuverlässiger Sponsoren für Irritationen, als er auf Anfrage im Verwaltungsrat zu verstehen gab, dass er für den neuen Vorstand überhaupt nicht zur Verfügung stehe. Oft hat Wernze betont, dass seine Bindungen zum FC fast ausschließlich auf persönlichen Seilschaften beruhen. Nach dem Abgang der Clique seiner O-Ton Freunde Wolfgang Overath und Jürgen Glowacz will er nun anscheinend seine eigene Position wieder stärken. Nicht vergessen werden dürfen seine finanziellen Verflechtungen mit dem 1. FC Köln. Die finanzielle und persönliche Abhängigkeit von einer Person würde sich bei seiner Wahl in den Vorstand noch vergrößern. Eine solche Abhängigkeit von einem einzelnen Gesellschafter kann auf Dauer nicht vorteilhaft für den 1. FC Köln sein. Die Kölner Haie und Fortuna Köln sind warnende Beispiele wohin solche Verhältnisse führen können. Vielleicht ist Viktoria Köln bald schon ein weiteres Opfer solcher Praktiken. Wir wollten keinen Sonnenkönig, der als Investor zusätzliche weitreichende Entscheidungskompetenzen erhält und stellen uns daher gegen eine mögliche Wahl Franz-Josef Wernzes.

Natürlich kandidiert mit Karl-Heinz Thielen ein schillernder Name aus der Vergangenheit des 1. FC Köln. Jedoch hat uns in der Vergangenheit kein möglicher Messias, weder Overath noch Daum, die erhoffte “Erlösung” gebracht. Wir müssen endlich nach vorne blicken und versuchen die auf den Weg gebrachten Veränderungen mitzutragen, um diesen Verein zeitgemäß in die Zukunft zu führen. Dem Team um Werner Spinner trauen wir dies zu und zudem stellen wir uns klar gegen eine mögliche Wahl von Franz-Josef Wernze als Vizepräsident.

Hoffenheim statt Hoppenheim?

Volkssport am 26. März 2012 um 11:04

Investoren im Fußballgeschäft und die Struktur von Fußballvereinen ist an dieser Stelle immer wieder Thema. Den folgenden Beitrag des WDR über die TSG Hoffenheim und Dietmar Hopp wollen wir euch deshalb nicht vorenthalten.

http://www.wdr.de/tv/sport_inside/sendungsbeitraege/2012/0319/1899hoffenheim.jsp

Mittlerweile hat Herr Hopp mithilfe des Beirates auch Manager Tanner entlassen. Es bleibt zu hoffen, dass sich eine solche Vereinskultur beim 1. FC Köln niemals entwickelt.

Der König ist tot, lang lebe der Verein!

Volkssport am 22. März 2012 um 11:52

Volker Finke muss nach etwas mehr als einem Jahr seine Koffer in unserer schönen Domstadt packen. Sicherlich könnte man sich an dieser Stelle die Mühe machen, jede seiner Handlungen zu durchleuchten. Sein Umgang mit den Medien, die Entscheidungen hinsichtlich der Besetzung des Trainerpostens oder die generelle Transferpolitik sind diskutabel. Jedoch ist es unerheblich, welcher Bereich einer näheren Betrachtung unterzogen wird, schnell wird der Vorwurf laut, Finke sei ein Machtmensch.

Natürlich fehlt für eine abschließende Einschätzung die Kenntnis über sämtliche internen Vorgänge. Trotzdem erkennt man an der Installierung ehemaliger Spieler im Trainerstab oder dem öffentlichen Zwist mit dem Cheftrainer, dass es Herrn Finke schwer gefallen ist, andere Meinungen hinsichtlich der sportlichen Ausrichtung anzunehmen. Schlussendlich führte genau dies auch zur Entbindung von seinen Aufgaben als Sportdirektor. Es mehren sich mittlerweile die Stimmen, dass Finke auch einfach noch zu sehr Trainer ist. Unser ehemaliger Manager Meier orakelte bereits, dass Finke vielleicht besser in einer ähnlichen Funktion wie Magath in Wolfsburg tätig geworden wäre. Vielleicht sollte der 1. FC Köln also einen Präsidenten, Sportdirektor und Trainer in Personalunion suchen. Natürlich wäre solch eine Konstellation nicht mit unserer Satzung vereinbar und darüber hinaus sollte man sich fragen, wie ein so großer Club erfolgreich geführt werden kann.
Besonders in Köln ist die Erinnerung an die erfolgreiche Vergangenheit omnipräsent und macht einen Großteil der Anziehungskraft aus. Der Name Franz Kremer schwebt dabei zu Recht über allem. Ein Pionier der deutschen Fußballgeschichte, Gründungsvater des 1. FC Köln und entscheidender Weichensteller der ersten großen Vereinserfolge. In der heutigen Zeit, bei der Größe und den gewachsenen Strukturen solch eines Traditionsvereins, kann die Antwort auf die Herausforderungen nur ein gutfunktionierendes Team aus Entscheidungsträgern sein. Es sei denn, der Verein besteht lediglich aus einer Person wie in Hoffenheim oder ist die Abteilung für Geldvernichtung eines multinationalen Konzerns wie in Wolfsburg. Doch selbst in der VW-Stadt sieht man mittlerweile ein, dass eine solche One-Man-Show nicht mehr zukunftsfähig ist. Einen Kommentar zum Unterschied zwischen solchen Geschäftspraktiken und dem Wirken von Franz Kremer findet sich unter http://www.volkssport-fussball.de/?p=98.

Bevor jetzt die Funktionen des Sportdirektors und des Präsidenten aber vollends vermischt werden, müssen die Profile geschärft werden. Der 1. FC Köln braucht einen Präsidenten, der sich nicht ständig wie ein Despot ins Tagesgeschäft einmischt, sondern einen klaren Weg vorgibt und die nötigen Rahmenbedingungen in der Gesellschafterversammlung vorgibt. Statt sich als Sonnenkönig im Erfolg feiern zu lassen, braucht der FC eine integre Person, die sich in Krisenzeiten zu Wort meldet und Sachthemen angeht. An dieser Stelle ist ausdrücklich die Arbeit von Herrn Wolf als Interimspräsident hervorzuheben. Ein Sportdirektor hingegen muss die nötige fachliche Expertise mitbringen und nah dran sein am Tagesgeschäft. Allerdings muss er als Angestellter des Vereins eine klare Philosophie umsetzen und nicht ausschließlich eigene Ziele verfolgen. Der 1. FC Köln hat jetzt die Chance, gemeinsam mit allen Gremien eine solche Philosophie und Kultur zu entwickeln. Die Spielidee von Jugendmannschaften und Bundesligateam muss nahezu identisch sein. Der Verein braucht eine größtmögliche Durchlässigkeit aus der Nachwuchsabteilung. Natürlich entstehen solche Konzepte auch durch Reibung, aber der sensationsgierigen Presse dürfen keine öffentlichen Auseinandersetzungen als neuer Zündstoff geliefert werden.

Spielphilosophie und Kaderplanung dürfen nicht mehr abhängig sein von einzelnen Personen. Das Ziel muss stattdessen lauten, dem FC wieder ein langfristiges Konzept zu verleihen und danach auch entsprechend die Personen zu verpflichten. Im Idealfall bleiben solche Verpflichtungen natürlich aus, da man langfristig erfolgreich zusammenarbeitet. Niemand verlangt markige Sprüche und die Angabe von bestimmten Tabellenplätzen. Der FC muss sich konsolidieren! Er braucht Transfererlöse, die nicht bereits verpfändet sind und durch Scouting oder neue eigene Talente im Ansatz kompensiert werden können. Niemand in Köln braucht neue Luftschlösser oder einen Allheilsbringer. Vielmehr benötigt der Verein Teamplayer, die gute sachliche Arbeit im Hintergrund abliefern und die Vereinsphilosophie im Sinne von Franz Kremer weiterführen. Für den 1. FC Köln gilt es nun, diese Personen zu finden!

Kraichgauer Seifenblasen

Volkssport am 21. Februar 2012 um 23:06

Die Bundesliga ist aus dem Winterschlaf erwacht und auch die Temperaturen klettern langsam aus dem Keller. Grund genug also, um auf die aktuellen Entwicklungen im Fußballzirkus der Bundesrepublik zu blicken. Der Streit zwischen dem 1. FC Köln und seinem externen Geldgeber Franz-Josef Wernze scheint momentan zu ruhen, selbst bei den Münchener Löwen soll dem Vernehmen nach derzeit ein Burgfrieden zwischen dem arabischen Investor und dem Verein zu herrschen. Andernorts zeigen solche Investoren jedoch die hässliche Fratze des deutschen Fußballs. Gemeinsam mit dem FC stieg im Jahr 2008 die TSG Hoffenheim in die Bundesliga auf. Dietmar Hopp, der Finanzier des Erfolgs, hatte sich einen Lebenstraum erfüllt, im Viertelfinale des DFB-Pokals 2012 zerplatzte allerdings einer seiner weiteren Träume. Der Einzug ins Halbfinale und eine mögliche Teilnahme am Pokalfinale in Berlin stehen aktuell ganz oben auf seiner Wunschliste.

Dieser zerplatzte Traum war dann schlussendlich auch ausschlaggebend für die Entlassung des Trainers Stanislawski. Offiziell hat Hopp zwar kein Amt im Kraichgau inne, trotzdem macht er keinen Hehl daraus, der alleinige Entscheidungsträger im Club zu sein. Er äußert sich zu sämtlichen wesentlichen Spielertransfers, kritisiert die sportliche Leitung und die Trainerentlassungen gehen nicht zuletzt auf ihn zurück. Wer die Musik bestellt, kann auch bestimmen, was sie spielt. Hoffenheim ist Hopps Spielzeug und sein Vergnügen erreicht er dabei durch die öffentliche Wahrnehmung. Finanziell und sportlich ist der Anreiz schließlich überschaubar. Die TSG dümpelt im Mittelfeld herum und der Kader hat mittlerweile den Status einer Geldverbrennungsanlage. Leistungsträger können im unattraktiven Umfeld trotz der Unsummen an Geld durch Hopps Finanzspritzen nicht gehalten werden und das Märchen vom Ausbildungsverein wurde durch Kaderzusammenstellungen der letzten Jahre auch ad absurdum geführt. Mittlerweile hat die Mannschaft den Ruf einer undisziplinierten Söldnertruppe, bestehend aus überbezahlten egozentrischen „Stars“.

Doch es darf nicht vergessen werden, dass Dietmar Hopp trotz allem eins erreicht hat: Er ist auf der Bühne der Fußballgrößen angekommen, er kann sich präsentieren und scheint an kaum einem Mikrophon vorübergehen zu können. Ein Mann bestimmt das gesamte Tagesgeschäft eines Bundesligisten, könnte man überspitzt meinen. Diese Vorstellung gleicht einem Albtraum jedes traditionellen Fußballanhängers. Die Tatsache ist auch nicht neu, aber aktueller denn je, und es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, dass solche Entwicklungen nicht zielführend für den sportlichen Erfolg und schädlich für den Charakter eines jeden echten Fußballvereins sind. Der Verein ist ihm und seinen Entscheidungen ausgeliefert und mittlerweile zeigen sich nach dem kometenhaften Aufstieg auch die negativen Auswirkungen solcher Konstruktionen. Selbst die eigenen „Fans“ wenden sich mittlerweile gegen Investor Hopp und kritisieren seine Machenschaften. Diese Randnotiz bedarf eigentlich keiner Erwähnung, da sie an Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist. Schließlich sind Zuschauer und selbsternannte „aktive Fans“ erst durch die Hopp’schen Millionen angelockt beziehungsweise „gekauft“ worden. An Schizophrenie ist eine solche Kritik also nur schwerlich zu überbieten. Wer A sagt, muss nun einmal auch B sagen.

Die meisten Fans in Deutschland haben eben solche Entwicklungen bereits beim Aufstieg der TSG in die 2. Bundesliga angeprangert. Damals galt der Verein vielen aber noch als Zukunft des Fußballs, unterstützt durch die Berichterstattung des Springer-Konzerns, der zufälligerweise als Hauptsponser des Clubs fungierte. Ohne sportlichen Erfolg und durch die sinkenden Zuschauerzahlen ist aber auch der letzte Funken Glanz verglüht und ein unattraktiver Retortenverein nimmt einen Platz in der Bundesliga ein. Vielleicht erweist es sich in dieser Zeit als Bumerang, dass Dietmar Hopp einst meinte, Tradition hat im Fußball keine Bedeutung für ihn, da man sonst auch Fortuna Düsseldorf in die Bundesliga zurückholen könne. Am langen Ende setzt sich die Tradition dann aber doch hoffentlich durch, und es wäre die Ironie des Schicksals, wenn zur kommenden Saison die Fortuna und Hoffenheim ihre Plätze tauschen würden.

Offener Brief an die Geschäftsführung des 1. FC Köln

Volkssport am 30. Januar 2012 um 00:36

Sehr geehrter Herr Horstmann,
Sehr geehrte Geschäftsführung des 1. FC Köln,

nach der turbulenten Jahreshauptversammlung im November des vergangenen Jahres schien endlich wieder Ruhe in unseren Verein eingekehrt zu sein. Die aktive Fanszene des 1. FC Köln hat sich bereits lange im Vorfeld der Versammlung gegen das damalige Präsidium gestellt und diese Meinung zwar sehr deutlich, aber stets sachlich vertreten. Es freut uns auch zu sehen, wie „befreit“ der gesamte 1. FC Köln gewirkt hat und wie unaufgeregt im Anschluss daran rund um und innerhalb des Geißbockheims gearbeitet worden ist. In diesem Punkt sehen wir uns also mit unserer Kritik bestätigt, aber natürlich ist uns nicht an einem dauerhaften Konflikt mit dem Verein, den wir lieben, gelegen. Kritisch begleiten wir das Geschehen rund um den FC jedoch auch weiterhin.

Wir sind immer für einen professionellen und selbstbestimmten Verein eingetreten. Die neuerliche Abtretung der Vermarktungsrechte an IMG ist sicherlich ebenso diskutabel wie die gesamte angespannte finanzielle Situation. Die Gründe hierfür liegen nach unserem Ermessen aber zu großen Teilen in der expansiven und planlosen Kaderzusammenstellung der ehemaligen sportlichen Führung unter Verantwortung des zurückgetretenen Vorstands. Sicherlich haben Sie, Herr Horstmann, als Verantwortlicher für den Finanzbereich auch Ihren Anteil an dem hohen Stand der Verbindlichkeiten. Die Neuausrichtung der gesamten Kapitalgesellschaft ist für uns jedoch deutlich sichtbar. Im Mutterverein scheint der Wille zur weiteren Professionalisierung mittlerweile auch Einzug zu halten, dies zeigt sich in den Aktivitäten zur Suche eines neuen Präsidenten. Kurzum sahen wir die Vereinspolitik und -kultur auf den ersten Schritten in die richtige Richtung.

Leider wurde dieses Vorhaben von Personen aus dem Umfeld des 1. FC Köln mutwillig torpediert. Franz-Josef Wernze war bereits aus den unterschiedlichsten Gründen Ziel unserer Kritik. Als Betriebswirt haben Sie sicherlich andere Ansichten und können unsere Ideale nicht immer nachvollziehen und teilen. Wir haben uns immer gegen die zunehmende Einflussnahme von Investoren im europäischen und deutschen Fußball eingesetzt und versuchen natürlich auch vor unserer eigenen Haustür zu kehren. Der 1. FC Köln ist für uns kein Wirtschaftsunternehmen, sondern eins der höchsten kulturellen Güter dieser Stadt, deren Bewohner und seiner Fans. Wir versuchen dies durch den Kampf für faire Eintrittspreise und eine gewisse Mitbestimmung der Mitglieder im Verein zu erhalten. Natürlich muss ein Fußballverein dieser Größe finanziert werden; auch wenn wir die zunehmende Kommerzialisierung kritisieren, sind wir uns beispielsweise über die Notwendigkeit finanzkräftiger Sponsoren durchaus bewusst.

Allerdings sind wir äußerst besorgt darüber, dass der ehemalige Vorstand Investoren im Umfeld dieses Vereins installieren konnte, die lediglich aufgrund persönlicher Seilschaften und Gefälligkeiten Geld zur Verfügung gestellt haben. Auf den ersten Blick dienen solche Finanzspritzen beziehungsweise Transferbeteiligungen natürlich der sportlichen Weiterentwicklung. Allerdings verpfändet man auf diese Weise auch zukünftige Erlöse, die noch nicht einmal realisiert worden sind. Sicherlich müssen wir Ihnen diesen Zusammenhang nicht erklären, aber in der öffentlichen Wahrnehmung wird oftmals von einem Gönner in der Person von Herrn Wernze gesprochen. Die Leistungen, die er im Gegenzug erhält, werden hingegen nur unzureichend erwähnt. Wir möchten Ihnen und den Gremien des 1. FC Köln nun beipflichten, dass Franz-Josef Wernze ein Investor ist, der in erster Linie eigene Interessen verfolgt.

Auch wenn die finanziellen Interessen vielleicht nicht an erster Stelle stehen, so kann man Herrn Wernze einen gesteigerten Drang zur Selbstdarstellung nachsagen. Die Presselandschaft in Köln ist nicht nur berüchtigt, sondern eignet sich auch hervorragend für dieses Vorhaben. Er weiß die Presse also für sich zu instrumentalisieren und die Presse nutzt Herrn Wernze, um Kritik an der Geschäftsführung des 1. FC Köln zu artikulieren und äußeren Druck auszuüben. In wiederkehrender Regelmäßigkeit erscheinen in den einzelnen Zeitungen und insbesondere im Boulevard Darstellungen des großen und uneigennützigen Gönners. Darüber hinaus hat Herr Wernze von der Geschäftsführung über einzelne Abteilungen bis hin zu Spielern fast jeden Teil dieses Vereins mit unsachlicher Kritik bedacht. Eigentlich schließt dies auch ein Engagement im Verwaltungsrat aus, leider wurde Herr Wernze trotzdem in dieses wichtige Gremium gewählt. Nicht zuletzt durch die Fürsprache Ihrerseits, was wir während der Jahreshauptversammlung verwundert feststellen mussten. Schließlich geizt er auch nicht mit Kritik an Ihrer Person und wirbt damit nicht gerade für solide und partnerschaftliche Geschäftsbeziehungen.

Im neusten Kapitel seiner öffentlich inszenierten Auftritte wollen wir uns daher demonstrativ hinter die Gremien und die sportliche Führung des 1. FC Köln stellen. Wir wünschen uns Ruhe im sportlichen Umfeld unserer Mannschaft und sind auch bereit Rückschläge hinzunehmen, solange die gesamte Entwicklung kontinuierlich vorangetrieben wird. Die ersten Schritte werden mit der Ausdünnung des Kaders bereits betrieben und wir sind uns durchaus bewusst, dass es noch einige Transferperioden dauern wird, bis sich durch Spielerkäufe, -verkäufe und Vertragsverlängerungen wieder ein Gleichgewicht einstellt und wir gemäß unseren finanziellen Möglichkeiten in der Abschlusstabelle einlaufen. Unsere Unterstützung ist dem Verein auf diesem Weg gewiss. Wir brauchen keinen neuen Allheilsbringer oder „wohlwollende Gönner“, die uns Spieler finanzieren. Der 1. FC Köln braucht mittelfristig wieder Einnahmen aus Spielerverkäufen und darf dieses wichtige Faustpfand nicht an solche Geschäftspartner wie Franz-Josef Wernze veräußern.

Ein Sonnenkönig, der uns mit vollmundigen Versprechungen noch tiefer in finanzielle Abhängigkeiten treibt, kann keine gesunde Zukunftsperspektive sein. Besonders bitter stößt uns in diesem Fall auf, dass Herr Wernze seine Unterstützung immer an die Personen Overath und Glowacz geknüpft hat. Dieser Verein muss sich endlich von solchen ungesunden Seilschaften lösen und wir hoffen, dass dieses Umdenken langsam in jedem Teil des 1. FC Köln einsetzt.

Mit rot-weißen Grüßen

Wilde Horde Köln 1996

Das Salz in der Suppe

Volkssport am 4. Januar 2012 um 23:29

Der Winter hält sich zur Zeit zwar noch zurück, dennoch setzt die Bundesliga aufgrund der Winterpause aus. Die willkommene Auszeit wird schon bald wieder der Vorfreude auf den ersten Rückrundenspieltag weichen. Der FC wird zu diesem Anlass in der VW-Stadt Wolfsburg antreten. Wer die Geißbockelf im Stadion unterstützen will, muss  12,- Euro für einen Stehplatz und zwischen 19,- und 28,- Euro für einen Sitzplatz zahlen. Natürlich rollt auch in anderen Bundesligastädten der Ball, die Preise sind allerdings höchst unterschiedlich. Wenn die Bayern den Spieltag in Mönchengladbach eröffnen, so hat jeder Inhaber einer Sitzplatzkarte 20,- Euro Zuschlag für dieses Topspiel gezahlt. Besonders für die Fans der Gastmannschaft kommt neben Anreise und dem Eintrittspreis ein weiterer  beachtlicher Kostenfaktor hinzu.

Diese Preisgestaltung ist jedoch kein Einzelfall, der Hamburger Sport-Verein unterteilt seine Spiele nach Attraktivitätskategorien und dementsprechend variieren die Preise. So zahlten die Nürnberger für einen Sitzplatz der Preisklasse 5 20,- Euro, während die BVB-Fans 36,- Euro für die selben Plätze zahlen sollen. In höheren Preissegmenten liegen die Unterschiede bei beinahe 30,- Euro. Diese krassen Unterschiede in der Preisgestaltung haben die aktive Dortmunder Fanszene jetzt dazu bewogen, das Spiel zu boykottieren. Es ist sicher nicht leicht, dem Spiel seines eigenen Vereins fernzubleiben, aber es ist die letzte Möglichkeit, öffentlichen Druck zu erzeugen, um auf die Vereine einzuwirken. Die durchschnittliche Auslastung aller Bundesligisten betrug in der abgelaufenen Saison ca. 90 %, allerdings muss Fußball bezahlbar sein, damit diese Quote nicht sinkt.

Diesen Leitspruch hat sich die Kampagne „Kein Zwanni für nen Steher“ auf die Fahne geschrieben und kämpft für die faire Gestaltung von Eintrittspreisen in Deutschland. Ein solches Anliegen geht sicherlich alle Fußballfans etwas an und dementsprechend breit fächern sich die Unterstützer durch die Fanlandschaft. Ein Blick nach England zeigt, wie wichtig es ist, sich frühzeitig für Faninteressen und die Fankultur einzusetzen. Im Mutterland des Fußballs gehören viele Selbstverständlichkeiten wie Stehplätze längst der Vergangenheit an und Dauerkarten in London kosten teilweise über 2000,- Euro. Sicherlich sind 1:1-Vergleiche nicht unbedingt angebracht, da es zu viele Variabeln gibt. Trotzdem liegt es an uns dafür zu sorgen, den Fußball und insbesondere die Bundesliga nicht zu einem unbezahlbaren „Produkt“ werden zu lassen.

Auch aus Sicht der Fans darf man jedoch nie vergessen, dass die Einnahmen aus dem Spielbetrieb durchschnittlich über 20 % Anteil an den Erträgen der Bundesligaclubs haben und somit ein nicht zu unterschätzender Faktor für die Finanzierung und Wettbewerbsfähigkeit der Vereine sind. Es gilt einfach durch Kompromisse eine sozialverträgliche Preisgestaltung mit ausreichenden Einnahmemöglichkeiten zu erzielen. Besonders auf Kosten der Fans eines möglicherweise attraktiven Gegners sollte sich kein Verein bereichern. Besonders die Fans des Rekordmeisters können ein Lied davon singen, in fast jedem Bundesligastadion mehr zahlen zu müssen aufgrund der Anziehungskraft ihres Lieblingsvereins. So mussten die Bayernfans über den gesamten Zeitraum der Saison  2009/10 für Stehplätze beziehungsweise die günstigste Sitzplatzkategorie 54,- Euro mehr zahlen als die Anhänger des VfL Bochum.

Eine gewisse Tendenz lässt sich also auch in Deutschland nicht verleugnen und in erster Linie liegt es an uns Fans, sich bei unseren Vereinen gegen überhöhte Preise, undurchsichtige Gestaltungen und überzogene Zuschläge einzutreten. Besonders wichtig ist dabei die Solidarität unter allen Fans und der Einsatz für die Gästefans im eignen Stadion. Topspielzuschläge für Gästefans dürfen kein Mittel der Umsatzsteigerung sein. Ausverkaufte Stadien und volle Gästeblöcke sind schließlich das Salz in der Suppe und machen viel von der Faszination Fußball-Bundesliga aus. Während die TV-Einnahmen nämlich leicht sinken, hängen auch die Werbeeinnahmen nicht in geringem Maße von der Zuschauerzahl in den Stadien ab.

Albträume aus 1001 Nacht

Volkssport am 5. Dezember 2011 um 16:15

Die diesjährige Jahreshauptversammlung des 1. FC Köln bot mal wieder eine Menge Zündstoff. Der Vorstand ist zurückgetreten, unter den Mitgliedern kam es zu Handgreiflichkeiten und sachliche Debatten zu strittigen Themen gingen in der hitzigen Atmosphäre unter. Besonders am Ende der langen Versammlung wäre eine solche Debatte angebracht gewesen. Es ging wie so oft im deutschen Profifußball um die sogenannte 50+1-Regelung. Die Grundlagen und Hintergründe dieser Regel dürften bekannt sein. Ein Antrag auf der Jahreshauptversammlung des 1. FC Köln zielte darauf hin ab, dass sich die Führung unseres Vereins beziehungsweise der KGaA innerhalb der DFL dafür einsetzt, dass diese Regelung in Zukunft ohne Ausnahmen für die Werksvereine aus Leverkusen und Wolfsburg umgesetzt wird.

Anlass für diesen Antrag sind die Bestrebungen von Hannovers Präsident Martin Kind, der seit Jahren für eine Aufhebung der besagten Regelung kämpft. Sicherlich kann man mit Herrn Kind einer Meinung sein und die ungerechten Wettbewerbsvorteile der Konstrukte aus der VW-Stadt sowie vom Autobahnkreuz anprangern. Aus diesem Grund würde die Deutsche Fußball Liga gerne diese Ausnahmeregelung aufheben und jedem Club den Einstieg von Investoren erlauben, sofern dieser Investor bereits 20 Jahre in Verbindung zum Mutterverein steht. Das Tor für die Übernahme von Vereinen würde also weiter aufgestoßen.

Aktuell zeigen zwei Beispiele, zu welchen Auswüchsen solche Entwicklungen führen können. In England schickt sich der Traditionsverein Manchester City an die Vorherrschaft des Stadtrivalen United zu brechen. Aus diesem Grund nimmt der arabische Investor Mansour Bin Zayed Al Nahyan Unsummen von Geld in die Hand, um den Kader des Teams stetig zu verbessern. Diese Bemühungen führten zu einem Verlust von gigantischem Ausmaß und im vergangenen Geschäftsjahr „erwirtschafteten“ die Citizens einen Fehlbetrag von 228 Millionen Euro. Dagegen wirken die Verluste der TSG Hoffenheim unter Alleinherrscher Dietmar Hopp zwischen 2007 und 2010 in Höhe von 95 Millionen Euro geradezu mickrig.

Im Rahmen der neuen UEFA-Richtlinien zum Financial Fair Play dürfen solche Summen nicht mehr von einzelnen Mäzenen aufgebracht werden. Der Club darf also salopp gesagt nur noch so viel ausgeben, wie er einnimmt. So erhält ein Sponsor für seine finanzielle Unterstützung eine Gegenleistung in Form von Werbung. In Manchester haben sie die Zeichen der Zeit erkannt und wollen das Engagement des Investors jetzt zum Teil durch eine Fluglinie übernehmen lassen. Dieses Unternehmen befindet sich unter anderem im Besitz des Scheichs. Gefahren bergen solche Geschäftsmodelle natürlich dadurch, dass Investoren möglicherweise plötzlich die Lust am Fußball verlieren und ihre Unterstützung schnell zurückziehen können. In diesem Falle bestünde dann die Möglichkeit, Anteile weiter zu veräußern. Anschließend könnte ein potentieller Investor andere Interessen als die Finanzierung eines exklusiven teuren Kaders mit dem Ziel, sportlich möglichst erfolgreich zu sein, verfolgen. Spielverkäufe, die Erhöhung von Eintrittspreisen oder die Veräußerung von Wappen und Vereinsnamen könnten einige Beispiele einer anderen Geschäftsphilosophie sein. Die eigentlichen Interessen eines Fußballvereins müssen also nicht zwangsläufig mit dem Interesse eines Investors übereinstimmen.

In Deutschland lässt sich dieses negative Phänomen aktuell beim TSV 1860 München beobachten. Während der FC Bayern in Deutschland eine ähnliche Stellung wie ManU in England besitzt, sind die Löwen meilenweit vom sportlichen Erfolg des blauen Teams aus Manchester entfernt. Im Frühjahr dieses Jahres schienen bei 1860 sogar alle Lichter auszugehen, bis die Vereinsführung ein Investorenmodell vorstellte, mit dem die Existenz des Vereins gesichert zu sein schien. Der Investor erwarb 60% der Anteile an der Spielbetriebsgesellschaft und erhielt im Gegenzug aber nur 49% der Stimmrechte. Somit hatte der Verein mit 51% weiterhin die Stimmmehrheit auf seiner Seite und die DFL gab nach zähen Verhandlungen grünes Licht. Sämtliche Vertragsvereinbarungen und Geflechte innerhalb dieses Gebildes würden an dieser Stelle den Rahmen sprengen und die Grundlage für eine Doktorarbeit bieten.

Der Investor übernahm sämtliche Verbindlichkeiten des Clubs; die Zukunft schien gesichert zu sein. Mittelfristig sollte auch eine Rückkehr in die Bundesliga angestrebt werden, andernfalls kann 1860 München auch gar keine schwarzen Zahlen schreiben. Als Gegenleistung wurden Herrn Ismaik umfangreiche Rechte bei der Besetzung von Gremien und der Geschäftsführung eingeräumt. In Folge dessen hat sich in den letzten Wochen ein Konflikt entwickelt, der kaum lösbar scheint. Während die Löwen gerne neue Spieler verpflichten würden, will der Investor nur Geld zur Verfügung stellen, wenn der Verein diese Zahlungen als Verbindlichkeiten verbucht. Die Schuldenlast würde sich also vergrößern und der Verein immer abhängiger von einer Person werden. Die Vereinsführung wehrt sich mit Händen und Füßen gegen diese Praxis, während die Geschäftsführung sich auf die Seite des Investors schlägt und die Interessen der Kapitalgesellschaft betont. Einer der traditionsreichsten Vereine Deutschlands scheint die Geister, die er rief, also nicht mehr loszuwerden.

Die Interessen des Investors liegen deutlich auf der Hand, er will mit seinem Objekt schnellstmöglich Gewinn machen und in der Bundesliga für Furore sorgen, um sich in der Öffentlichkeit Anerkennung zu verdienen. Die Risiken für den Verein scheinen ihn dabei herzlich wenig zu kümmern. Die gewachsene Tradition und die Verpflichtung gegenüber den vielen Fans und Mitgliedern, den Verein in seiner Existenz nicht zu gefährden, sind ihm fremd.

Ruhe in Frieden, Mucki!

Volkssport am 17. November 2011 um 11:03

Heute vor 20 Jahren, am 17.11.1991, verunglückte Maurice „Mucki“ Banach auf dem Weg zum Training tödlich. Der FC-Stürmer war aus seiner Heimatstadt Münster unterwegs zum Geißbockheim. Sein Wagen kam auf der A1 in Höhe Remscheid von der Fahrbahn ab, prallte gegen einen Brückenpfeiler und brannte aus. Die Umstände des tragischen Unfalls wurden nie endgültig aufgeklärt. Sein Tod war nicht nur ein Schock für alle Beteiligten rund ums Geißbockheim, sondern für die gesamte Fußballwelt. Er galt als eine der größten Sturmhoffnungen im deutschen Fußball und führte zum Zeitpunkt seines Todes die Torschützenliste der Bundesliga an. Seinen Vertrag beim 1. FC Köln hatte er kurz zuvor bis 1995 verlängert. Banach war vor der Saison 1990/91 von Wattenscheid 09 zum FC gewechselt und spielte sich mit seinem unnachahmlichen Torriecher schnell in die Herzen der Fans. Doch nicht nur seine fußballerischen Qualitäten, sondern auch seine liebenswerte Art machten ihn schnell zum Publikumsliebling in Köln-Müngersdorf. Viele Fans der jüngeren Generation haben „Mucki“ nie erleben dürfen und trotzdem ist die Erinnerung an ihn auch heute noch präsent.

Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten!

Quo vadis FC?

Volkssport am 3. November 2011 um 22:41

Die Jahreshauptversammlung des 1. FC Köln nähert sich mit großen Schritten und die Wahl des Verwaltungsrates unseres Vereins sollte dabei ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Die Vereinsführung würde diesen Vorgang allerdings gerne nach ihren Vorstellungen gestalten und sämtliche ihrer Kandidatenvorschläge in dieses Gremium bringen. Sicherlich ist diese Wahl von grundsätzlicher Bedeutung für den FC, aber was hat diese Angelegenheit mit Fußball als Volkssport zu tun?

Die Vorschläge des Vorstandes zur Wahl haben durch die Nominierung von Franz-Josef Wernze eine Dimension erreicht, die jeden Fußballfan hellhörig werden lassen dürfte. Herr Wernze hat auch in diesem Blog bereits mehrfach Erwähnung gefunden und die grundsätzliche Ablehnung seiner Praktiken wurde auch in anderen Publikationen deutlich. Die Gefahr von Investoren für den Volkssport Fußball ist also bekannt. Daher kann nur an jedes Mitglied appelliert werden, einen kölschen Hopp im Verwaltungsrat zu verhindern. Käme eine solche Person in eine führende Position, wäre dies für unseren geliebten FC sicherlich der erste Schritt hin zu einem ähnlichen Vereinskonstrukt wie Bayer Leverkusen oder der TSG „1899“ Hoffenheim. Ob sich dies mit den Werten, wie sie die große Fan- und Mitgliederbasis des 1. FC Köln mehrheitlich vertritt, vereinbaren ließe, darf stark bezweifelt werden!

Herr Wernze ist nicht nur Investor, sondern kann auch scheinbar an keinem Mikrophon vorübergehen. Er äußert sich in penetranter Regelmäßigkeit zu allen Themen rund um den 1. FC Köln; seien es mögliche Transfers, Entscheidungen des Trainerteams oder Anliegen der Mitglieder. Solch einem persönlichen Geltungsdrang muss sich unsere Gemeinschaft nicht ausliefern. Wir brauchen keinen Sonnenkönig, keine Motte, die vom Licht der Öffentlichkeit angezogen wird und erst recht keinen selbstgefälligen Gönner.

Seine Zuwendungen knüpfte er schon oft an die persönlichen Freundschaften zu den Herren rund um Wolfgang Overath. Solche Abhängigkeiten von Einzelnen werden auf kurz oder lang lebensbedrohlich für fast jeden Fußballverein. Der 1. FC Köln muss im Vordergrund stehen, nicht bestimmte Personen. Zieht sich Wernze mit seiner finanziellen Unterstützung also zurück, falls die Vorstandssessel neu besetzt werden oder träumt er selbst schon von der Präsidentschaft?

Nebenbei sei noch die Anmerkung erlaubt, ob es nicht doch gewisse Zweifel an der Glaubwürdigkeit seines Engagements bei der Viktoria gibt. Vermutlich ja, denn es deutet vieles darauf hin, dass Herr Wernze seine Unterstützung bei der Viktoria nur als Sprungbrett ansieht. Die Halbwertszeit seiner Zuwendungen scheint jedenfalls rapide abzunehmen! Die Gründe für den Erhalt der 50+1-Regelung werden seit Jahren immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt und es gilt also nicht nur aus den drei genannten Gründen, Wernze zu stoppen.