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		<title>Freie Meinungsäußerung und Emotionen</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 23:07:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volkssport</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Tor fällt, der Torschütze läuft zur Eckfahne und jubelt, 10 Sekunden später ist er um eine gelbe Karte reicher. Der Trainer jubelt, läuft dabei einen Meter aus der Coachingzone heraus und hat mit dem vierten Schiedsrichter sofort einen Richter über die Emotionen vor sich. Die Fans der Verlierermannschaft sind sauer über die sportliche Talfahrt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Tor fällt, der Torschütze läuft zur Eckfahne und jubelt, 10 Sekunden später ist er um eine gelbe Karte reicher. Der Trainer jubelt, läuft dabei einen Meter aus der Coachingzone heraus und hat mit dem vierten Schiedsrichter sofort einen Richter über die Emotionen vor sich. Die Fans der Verlierermannschaft sind sauer über die sportliche Talfahrt ihres Teams, entrollen beim nächsten Spiel ein Spruchband mit ihrer Meinung zur Situation, was jedoch Sanktionen oder zumindest Missstimmung im Verein auslöst: zu vereinskritisch.</p>
<p>Das sind Vorfälle, die wöchentlich in deutschen Stadien passieren. Kann es sein, dass ein Spieler, der gerade sein erstes Bundesligator schießt, eine gelbe Karte bekommt, weil er sich vor Freude sein Trikot vom Körper reißt? Kann es sein, dass die vierten Schiedsrichter permanent darauf achten, dass sich Trainer in ihren zugewiesenen Zonen möglichst ruhig verhalten und kein kritisches Wort gegenüber der Schiedsrichterleistung verlieren? Ist es noch oder wieder zeitgemäß, Fans ihre Meinung zu verbieten oder ihnen zu verbieten, Diese preiszugeben?</p>
<p>Die freie Meinungsäußerung spielt in unserem Alltag eine große Rolle, wir beharren zu Recht ständig darauf. Artikel 5 der Grundrechte besagt immerhin: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern“. Dass dieser Artikel nicht völlig uneingeschränkt gilt, ist für jeden verständlich. Jedoch wird im Fußball der Begriff der Einschränkung äußerst dehnbar und flexibel definiert.</p>
<p>Aktueller denn je ist wieder einmal das Thema auch in unserem Verein. Vor neun Tagen verkündete der FC, dass das öffentliche, offizielle Forum „FC-Brett“ in Kürze nur noch für Mitglieder des Vereins zugänglich sein würde. Nichtmitglieder waren vor den Kopf gestoßen und die Intention schien klar: nachdem große Kritik, teils ungerechtfertigt, an Spielern des FC geäußert wurde, sollte das Forum personalisiert und damit das Feuer aus sportlichen Diskussionen genommen werden. Ferner sei der Umfang des FC-Bretts inzwischen zu groß, um seinen Inhalt stets kontrollieren zu können. Es gab nur zwei Alternativen: das Forum abschalten oder umstellen. Man entschied sich für Zweiteres, doch dachte unser Fanbeauftragter Rainer Mendel, „die Schnittmenge zwischen aktiven Forumsnutzern und Mitgliedern sei größer. Das haben wir falsch eingeschätzt.“ Innerhalb weniger Stunden entluden sich die heftigen Meinungen der Fans zu dem Thema im inzwischen alten FC-Brett und selbst in der Presse (u.a. Express, KSTA und 11Freunde) spielte die Entscheidung vor einer Woche eine Rolle.</p>
<p>Dass nicht nur die Einschätzung falsch war, die Schnittmenge zwischen Forumsnutzern und Mitgliedern sei größer, sondern die ganze Idee, ist viel wichtiger und glich laut Christian Löer (KSTA) einem „PR-Selbstmord“! Zwar wissen alle FC-Fans, dass ein nicht unerheblicher Teil des Forumsinhalts nicht unmittelbar viel mit dem FC zu tun hat, doch gilt das FC-Brett für viele Fans, ob durch räumliche Trennung, zeitlichen Mangel für eigene Recherche oder Interesse an Fahrten zu Auswärtsspielen des Vereins als virtueller Anlaufpunkt. Nun Nichtmitglieder aus dem Forum ausschließen zu wollen, wäre ein großer Fehler, der die „FC-Familie“ spalten würde. Dies verstand auch der Verein nach der harschen Kritik, sodass zumindest wieder alle FC-Fans im Forum lesen können. Auch können sich Nichtmitglieder wieder für einen Account anmelden – personalisiert.</p>
<p>Die Umstellung erweckte ferner auch den Eindruck, der Zugang zum FC-Brett solle ein weiterer Vorteil einer Mitgliedschaft im Verein sein. Wer die Mitgliedschaft kündigt, bei dem „erlischt automatisch jedweder Anspruch auf Zugang zum Forum.“</p>
<p>Es wäre zu einfach gedacht davon auszugehen der Verein bekäme neue Mitglieder, weil er sein Forum nur für Mitglieder zugänglich macht. Von dieser Absicht ausgegangen zu sein liegt in unserem Verein nicht fernab jeder Realität. Erst recht konnte davon nicht mehr ausgegangen werden, seitdem ein inoffizielles Forum (www.fc-brett.net) bestand. Vielleicht auch deswegen entschied sich der Verein zum Einlenken. Zudem stellt sich die Frage, ob langsam nicht eine Sättigung des Mitgliederzuspruchs eintritt. Der FC kann seinen Mitgliedern schon lange nicht mehr die lukrativen Vorteile einer Mitgliedschaft (Heimdauerkarte, Karten für Heim- und Auswärtsspiele) versprechen, da auf 50000 Mitglieder beispielsweise nur 25000 Dauerkarten kommen.</p>
<p>Ferner ist es nicht unwahrscheinlich, dass FC-Fans, die eine weite Anreise in die Domstadt haben, eher kein Mitglied sind, da sie durch die hohen Anreisekosten und Kartenpreise schon genug Geld für ihre große Liebe ausgeben. Dann noch 92 Euro (Einzelmitgliedschaft, Erwachsener) für das Privileg der Mitgliedschaft zu zahlen fällt schwer. Der Ausschluss aus einer Kontaktmöglichkeit mit anderen FC-Fans ist dann nicht die feine Art.</p>
<p>Die Personalisierung im neuen FC-Forum kommt dabei, betrachtet man die kritischen Äußerungen zu einigen Spielern, zudem einer Zensur gleich. Sich kritisch gegenüber etwas zu äußern fällt immer mehr Menschen schwer, da sie Angst vor Bekanntwerden ihrer Identität und folglich vor Benachteiligung haben. Dies gilt nicht nur beim Arbeitgeber, sondern auch im Hobby. Die Zahl derer, die den Verein scharf kritisieren, wenn es angebracht ist, die die Spieler nach miserablen Spielen schlecht bewerten, die sich zur (Fan-)Politik des Vereins kritisch äußern, sinkt natürlich, wenn durch einen Mausklick ihr Name auf dem Bildschirm des Kritisierten auftaucht. Welchen Sinn hätte sonst eine Personalisierung, wenn sie nicht zur Kontrolle dienen soll?</p>
<p>Bereits unmittelbar am Anfang der Regelerläuterungen für das neue Forum wird dem Nutzer deutlich gemacht: „Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Sie Ihre Beiträge im FC-Brett nicht anonym erstellen. Die Administration des Diskussionsforums hat die Möglichkeit, relevante Daten zu erfassen, die bei Verstößen gegebenenfalls zur Identifikation des Verursachers herangezogen werden.“ In der Mitteilung zur Änderung der Zugangsberechtigungen spricht der Verein jetzt davon, dass es nicht darum gehe, „hier Zensur zu betreiben oder die freie Meinungsäußerung einzuschränken.“ Hoffen wir trotz der Personalisierung, dass die Fans weiterhin ihre ehrliche Meinung sagen dürfen.</p>
<p>Es hätte insgesamt aber sicherlich elegantere Lösungen gegeben, die Masse der Forumseinträge zu senken. Die Idee, Nichtmitglieder, also die nicht-zahlenden Nutzer, komplett auszuschließen, war angedacht und geplant, um sich die Arbeit zu erleichtern. Das kann kein Ziel eines Vereins sein, der sich als große Familie mit über 50000 Angehörigen sieht.</p>
<p>Die Intention, die freie Meinung einzudämmen, um selbst von Problemen verschont zu bleiben, ist auch in anderen Bereichen erkennbar (gewesen). So mussten wir lange Zeit unsere Spruchbänder mit genauem Wortlaut vorher anmelden, bevor wir sie im Stadion zeigen durften. Ob es bei den Spruchbändern um den Verein, um Fanthemen oder um andere Aktualitäten ging, war dabei egal. Das Todschlagargument „Hausrecht“ ließ es über viele Jahre nicht zu, dass wir unsere Meinung – auch im Schwaadlappe – frei äußern konnten, ohne vorher kontrolliert bzw. zensiert zu werden. Dabei ist doch jedem Fan, jedem Leser der Spruchbänder spätestens durch die Signatur klar, von wem das Spruchband stammt. Hier ist der Verein nach einiger Zeit zu Kompromissen bereit gewesen. Generell haben Vereine Angst davor, Fans im Bereich der eigenen Meinung Freiräume zu gewähren. Spruchbänder werden kontrolliert, „damit man gegebenenfalls noch sagen kann: Komm, das ist ein bisschen zu scharf. Und vielleicht ist da irgendeiner in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt oder sonst wie. Deswegen müssen wir das grob wissen.“ So sieht es Thomas Weinmann, Fanbeauftragter von Borussia Mönchengladbach.</p>
<p>Doch mit welcher Intention wollen Vereine die Meinung ihrer Fans kontrollieren? Ist lediglich ein Saubermannimage das Ziel? Das würde bedeuten, dass es lieber um einen guten Ruf in der Liga, bei den Sponsoren oder bei der Polizei geht als um die Möglichkeit, den Fans die freie Äußerung ihrer Meinung zu ermöglichen. Sollte es Ziel eines Vereins sein, möglichst nicht anzuecken oder aber möglichst gute Fans mit einer eigenen, differenzierten Meinung zu haben? Bei den Sponsoren anzuecken versucht der Verein tagtäglich zu vermeiden. Die Bezeichnung „Müngersdorfer Stadion“ soll beispielsweise so schnell wie möglich aus den Köpfen der Fans verschwinden. Rhein Energie bezahlt immerhin viel Geld für die Namensrechte. Tradition? Unbezahlbar.</p>
<p>Die Meinung der Fans kann schnell zum „Problem“ für den Verein werden. Spätestens dann, wenn er gegen Hoffenheim spielt. Jedem Vereinsoffiziellen läuft der Angstschweiß die Stirn herunter, wenn die Fans beginnen Spruchbänder gegen den Bundesliganeuling auszurollen oder kritische Lieder gegen den Verein zu singen. Niemand hat in der nahen Vergangenheit so das Oberhaus des deutschen Fußballs polarisiert wie die TSG Hoffenheim und ihr Finanzierer Dietmar Hopp. Der mit besten Kontakten in die DFB-Spitzen gesegnete Investor fordert bei jeder „Entgleisung“ der Fans ihm und seinem Verein gegenüber teilweise lebenslange Stadionverbote. Bei Beleidigungen gegen seine Person könne der DFB nicht tatenlos zusehen. Dass die Forderungen in der Verbandszentrale (Beleidigungen gegen Hopp werden „sportrechtlich verfolgt“) und auch bei Vereinen unterstützt oder zumindest verstanden werden, ist äußerst bedenklich. Beispiellos ist die Entrüstung, die sich regelmäßig über die „Unverbesserlichen“ ergießt, beispiellos aber auch das Modell Hoffenheim, dass es stets zu kritisieren gilt. Der größte Fußballverband der Welt sowie die DFL heißen selber das Modell gut, obwohl sich die Organisationen andererseits gegen die Aufhebung der 50+1-Regel, die ein Einsteigen vieler Investoren in den deutschen Fußball bedeuten würde, aussprechen – ein Paradoxon. In Mönchengladbach wurden in der letzten Saison die Spruchbänder „Fußballmörder“ und „Stop Hopp“ beim Aufeinandertreffen von Borussia Mönchengladbach und Hoffenheim nicht genehmigt, zu kritisch.</p>
<p>Populismus und Vereinfachung ist nicht immer gut und richtig, manchmal aber unumgänglich. Man kann nicht auf jedem Spruchband, in jedem Gesang die korrekteste Form einer Kritik wählen. Dass einige Lieder und Sprüche nicht die feine Art sind, ist den Fans genauso bewusst wie die Tatsache, dass im Fußball Gefühle und Emotionen eine große Rolle spielen – und Diese lassen sich durch platte Sprüche manchmal einfacher ausdrücken. Ein Strafenkatalog hilft da Keinem weiter. Er schweigt die Meinung der Fans höchstens in einem Moment still; Hauptsache, die Fans sprechen es nicht aus.</p>
<p>Sinnvoller wäre es, die Bedenken der Fans ernst zu nehmen und sich mit den Themen, die kritisiert werden, auseinanderzusetzen. Doch weist der erfahrene Soziologe Dieter Bott, der seit über 25 Jahren das Verhalten von Fußballfans untersucht, darauf hin, dass „das Recht, seine eigene Sicht der Dinge darzustellen, im Fußball überhaupt nicht verwirklicht ist.“</p>
<p>Das gilt nicht nur bei der Thematik Dietmar Hopp, sondern auch bei kritischen Spruchbändern zu Verein oder Polizei. Insbesondere die Polizei ist ein heißes Feld für Vereine. Der Club will erst mal glauben, was Polizei, Ordner und DFB sagen, da man sich nicht unbeliebt machen will oder bei Kritik an der Polizeiarbeit Angst vor der erneuten Forderung nach Kostenbeteiligung hätte – nach dem Motto: dann macht´s doch selber.</p>
<p>Sich zurückhalten, seine Meinung nicht mehr äußern zu wollen, Benachteiligungen fürchten müssen nicht nur Fans, sondern auch Trainer. Sie sehen wöchentlich das Ergebnis ihrer geleisteten Arbeit auf dem Feld. Dass es dabei emotional und auch rau zugeht, ist jedem Fan klar, der sich in einem Stadion aufhält. Man will es besser machen, mehr von seinem Willen umgesetzt sehen. Wenn dabei durch äußere Umstände gestört wird, reagieren Trainer wie Fans auch explosiv und emotional. Sich dabei einem Wächter, der seinen Einfluss an der Linie in den vergangenen Jahren enorm steigerte, ausgesetzt zu sehen kann nervig sein.</p>
<p>Das Fingerspitzengefühl der (vierten) Schiedsrichter ist allzu oft nicht vorhanden. Ein Trainer, eine Mannschaft spielt Fußball und rechnet mit der Neutralität des Schiedsrichters. Ist die Objektivität (offensichtlich) nicht gegeben, muss ein Trainer auch die Möglichkeit haben aus sich heraus zu gehen.</p>
<p>Dass sich ein Trainer manchmal auch zu Unrecht benachteiligt fühlt, ist ersichtlich. Jedoch stieg die Empfindlichkeit der Schiedsrichter in den letzten Jahren so stark an, dass der Ausschussvorsitzende der Schiedsrichter, Volker Roth, inzwischen meint, dass „wir keine Trainer wollen, die das Publikum verrückt machen“. Wollen wir das wirklich nicht? Nach drei hektischen Armbewegungen schon einen Mann in Schiedsrichterkleidung vor sich stehen zu haben ist völlig übertrieben, denn ein Spiel lebt auch von der Emotionalität an der Linie.</p>
<p>Das sieht der DFB offensichtlich anders. Jürgen Klopp will beim 2:2-Ausgleiches unseres FC ein Foul gesehen haben, verneigt sich ironisch vor dem Schiedsrichter. Direkt wird er mit bestimmender Gestik auf die Tribüne geschickt. Kritik? Unerwünscht. Viel eher schlägt der DFB wieder den Bußgeldkatalog auf. Man hat sich zu benehmen im großen Fußballgeschäft. Eine andere Meinung zu haben gefällt dem DFB nicht. Egal, ob es Fans, Trainer oder Manager sind.</p>
<p>Dabei sollte es dem DFB wie allen anderen Beteiligten auch um den Erhalt des attraktiven Fußballs gehen – sowohl auf den Rängen als auch auf dem Platz. Seine Freude nach einem Tor bremsen zu müssen, weil man Angst vor einer gelben Karte wegen Zeitspiel hat, spricht für die Spießigkeit, die den Fußball inzwischen teilweise einnimmt.</p>
<p>Es gehört dazu, dass Spieler und Trainer in guten und schlechten Momenten ihrer Mannschaft Emotionen zeigen können, ohne die Androhung einer Strafe zu erhalten.</p>
<p>Es gehört dazu, dass Fans ihren Emotionen durch Gesänge freien Lauf lassen und ihre Meinung frei äußern dürfen.</p>
<p>Nur damit ist gewährleistet, dass der Fußball so bleibt, wie wir ihn uns wünschen: ein aufregender, emotionaler Sport, mit Ecken und Kanten. Ein Sport, der die Massen elektrisiert, zu Streit anregt und Emotionen bei Allen hervorruft. Ein Volkssport eben.</p>
<p>Um Euch näher über das Thema informieren zu können, stellen wir Euch hier noch einige Textpassagen aus der Erklärung des Vereins zur Umstrukturierung des FC-Bretts sowie interessante Internetlinks zur Verfügung:<strong> </strong></p>
<p><strong>1. Meldung des 1. FC Köln zur Umstrukturierung des FC-Bretts:</strong></p>
<p><em>Liebe Nutzer und Besucher von <a href="http://www.fc-brett.de,/" target="_blank">www.fc-brett.de,</a></em></p>
<p><em>wie bereits der Ankündigung bezüglich der Freischaltung neuer User-Nicks zu entnehmen war, steht die seit längerem angekündigte Umstellung des Fan-Forums des 1. FC Köln nun unmittelbar bevor.</em></p>
<p><em>Hierzu möchten wir ihnen nun die wichtigsten Änderungen in aller Kürze erläutern:</em></p>
<p><em>- Die URL <a href="http://www.fc-brett.de/" target="_blank">www.fc-brett.de</a> ändert sich nicht</em></p>
<p><em>- Zugang zum neuen Forum erhalten nur Mitglieder des 1. FC Köln sowie des Fan Projektes</em></p>
<p><em>- Diese Einschränkung betrifft sowohl das Verfassen von Beiträgen sowie die Leserechte im Forum</em></p>
<p><em>- Zur Registrierung verwenden sie bitte ausschließlich ihre bereits beim 1. FC Köln bekannte Mail-Adresse</em></p>
<p><em>- Die Angabe ihrer Mitgliedsnummer beim 1. FC Köln oder beim Fanprojekt ist zur Personalisierung der Registrierung unabdingbar. Bitte beachten sie: Dritte können diese Nummer nicht einsehen. Es steht Ihnen nach der Freischaltung (bitte beachten, die reine Registrierung ist nicht die Freischaltung) ihres Nicks frei, die Mitgliedsnummer durch den Eintrag von 111111 unkenntlich zu machen (Pflichtfeld, eine Ziffer muss dann eingegeben werden)</em></p>
<p><em>- Das Verwarnsystem wurde angepasst. Eine Nick-Sperre erfolgt nun bei Erhalt der 3. Gelben Karte. Gelbe und Rote Karten laufen automatisch aus. Ermahnungen bleiben ohne Konsequenzen. Ermahnungen und Verwarnungen werden Ihnen in Ihrem Profil detailiert angezeigt.</em></p>
<p><em> Die Umstellung auf das neue Forum erfolgt jetzt ( <a href="http://www.fc-brett.de/wbb/" target="_blank">www.fc-brett.de/wbb/</a> ), Freischaltungen werden ab Freitagabend vorgenommen. Beachten sie bitte: Da es sich um einen Spieltag und ein Wochenende handelt, können bis zur Freischaltung ihrer Registrierung bis zu 48 Stunden vergehen.</em></p>
<p><em>Jede Mitgliedsnummer und jede Mail-Adresse kann nur einmal freigeschaltet werden.</em></p>
<p><em>Registrierte Nicks ohne gültige Mitgliedsnummer des 1. FC Köln oder des Fanprojektes werden nicht freigeschaltet bzw. wieder gelöscht. Das Mindestalter zur Nutzung des neuen Forums beträgt weiterhin 14 Jahre.</em></p>
<p><em>Sollten sie feststellen, dass der von Ihnen im alten Forum verwendete Nick im neuen Forum bereits vergeben ist, wenden sie sich bitte per Mail unter Nennung des betroffenen Nicks sowie der im alten Forum hinterlegten Mail-Adresse bei einem der Moderatoren. In einem derartigen Fall behält der ältere Anspruch das Recht am Nick und erhält den Vorzug vor der schnelleren Registrierung.</em></p>
<p><em>Ihr 1. FC Köln</em></p>
<p><strong>2. Meldung des 1. FC Köln zur Umstrukturierung des FC-Bretts:</strong></p>
<p><em>Liebe FC-Fans,</em></p>
<p><em>wir haben in den vergangenen Tagen mit großem Interesse die Reaktionen zur Umstellung des Forums entgegengenommen und die kontroverse Diskussion darüber verfolgt. Wie wir bereits am Freitag bekräftigt haben, nehmen wir Euer Feedback sehr ernst.</em></p>
<p><em>Daher werden wir folgende Optimierungen im neuen FC-Forum vornehmen:</em></p>
<p><em>1. Das Lesen aller Beiträge wird ab sofort wieder für Jedermann möglich sein.<br />
Das heißt, auch ohne dass Ihr als Mitglied registriert seid, könnt Ihr alle Beiträge im FC-Forum lesen.</em></p>
<p><em>2. Wie angekündigt können demnächst auch Fans, die nicht Mitglied beim 1. FC Köln oder dem Fan-Projekt sind, im Forum aktiv sein und mitdiskutieren.<br />
Sie müssen sich lediglich beim FC dafür online registrieren. Die Zugangsdaten werden ihnen dann postalisch zugestellt.<br />
Den genauen Starttermin werden wir in den nächsten Tagen bekanntgeben.</em></p>
<p><em>Mit der Registrierung wollen wir vermeiden, dass im neuen FC-Brett weiterhin anonyme Diffamierungen gepostet werden. Dies haben leider in der letzten Zeit einige wenige User des Öfteren getan. Sie haben das Forum missbraucht, um anonyme Äußerungen zu tätigen, die deutlich unter der Gürtellinie und teilweise auch menschenverachtend waren. Um dies zu unterbinden und diesen Usern keine Plattform zu bieten, haben wir uns, unter Berücksichtigung der gültigen datenschutzrechtlichen Bestimmungen, für das „Registrierte Schreiben“ entschieden.</em></p>
<p><em>Es geht nicht darum, hier Zensur zu betreiben oder die freie Meinungsäußerung einzuschränken. Wir wollen weiterhin eine offene, faire und konstruktive Diskussion untereinander fördern. Deswegen haben wir dieses Forum seinerzeit auch geschaffen. Das offizielle FC-Forum besteht schon seit mehr als 10 Jahren und war nun auch technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Daher haben wir uns dazu entschlossen, Euch das neue Forum anzubieten.</em></p>
<p><em>Das neue Forum bietet eine Menge neue Features, die der Anfang für weitere Optimierungen und Neuerungen für die FC-Community sind. Um bei der weiteren Verbesserung der Online-Plattform auch Euren Geschmack zu treffen und auf Eure Ideen einzugehen wird es in Kürze eine Art Chat geben, in dem wir gemeinsam konstruktiv miteinander diskutieren und das weitere Vorgehen zusammen abstimmen.</em></p>
<p><em>Denn eins sollt Ihr wissen: Wir wollen ein Forum/eine Community für und mit Euch! Bei weiteren Fragen stehen wir Euch gerne unter den bekannten Kontaktdaten zur Verfügung.</em></p>
<p><em>Euer<br />
1. FC Köln<br />
Christopher Lymberopoulos und Rainer Mendel</em></p>
<p><strong>FC-Stammtisch, 01.02.2010, Teil 3, &#8220;FC-Brett&#8221;:</strong></p>
<p><a href="http://www.ksta.de/portal/videos/index.php?bcpid=14306381001&amp;bclid=3633840001&amp;bctid=64430468001" target="_blank"><em>http://www.ksta.de/portal/videos/index.php?bcpid=14306381001&amp;bclid=3633840001&amp;bctid=64430468001</em></a></p>
<p><strong>11Freunde-Artikel zur Umstrukturierung des FC-Bretts (vor der erneuten Umstellung des Systems):</strong></p>
<p><a href="http://www.11freunde.de/bundesligen/127378/zugang_nur_fuer_kunden" target="_blank"><em>http://www.11freunde.de/bundesligen/127378/zugang_nur_fuer_kunden</em></a></p>
<p><strong>Beitrag der NDR-Sendung ZAPP zum Thema &#8220;Eingeschränkte Meinungsfreiheit &#8211; Fußballvereine kontrollieren Fan-Transparente&#8221;:</strong></p>
<p><em><a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/boulevard_gesellschaft/meinungsfreiheit100.html">http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/boulevard_gesellschaft/meinungsfreiheit100.html</a></em></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=deBY1YniM5Y" target="_blank"><em>http://www.youtube.com/watch?v=deBY1YniM5Y</em></a></p>
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		<title>Volkssport Fußball</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 21:19:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volkssport</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In einigen der vergangenen Schwaadlappe-Ausgaben konntet Ihr bereits den Begriff „Volkssport Fußball“ lesen. Aus einer losen Idee entwickelte sich nun eine von uns (WH) ins Leben gerufene Initiative. Unter dem Slogan „Fußball als Volkssport erhalten“ werden wir Euch in Zukunft über relevante Themen des gesamten Fußballbereichs informieren. Wie der Name schon sagt, geht es uns [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einigen der vergangenen Schwaadlappe-Ausgaben konntet Ihr bereits den Begriff „Volkssport Fußball“ lesen. Aus einer losen Idee entwickelte sich nun eine von uns (WH) ins Leben gerufene Initiative. Unter dem Slogan „Fußball als Volkssport erhalten“ werden wir Euch in Zukunft über relevante Themen des gesamten Fußballbereichs informieren. Wie der Name schon sagt, geht es uns dabei darum, den Fußball als den Sport, den wir so sehr lieben, zu wahren.<br />
Dazu werden wir alle möglichen Themen, die den Volkssport schneiden, beleuchten und diskutieren. Wir wollen auf Probleme und Schwierigkeiten aufmerksam machen, die sich in den letzten Jahren rund um „des deutschen liebstes Kind“ entwickelt haben, welche Chancen es gibt und welche sich ergeben können, um eben jene Probleme lösen zu können. Es ist uns wichtig zu betonen, dass wir in besonderem Maße für etwas sind. Für den Erhalt unseres geliebten Sports. Für seine Traditionen und Werte. Wir wollen nicht nur gegen etwas sein, konkret „gegen den modernen Fußball“, sondern wir sind „für den Erhalt des Fußballs als Volkssport“, wollen das ganze positiv und mit Inhalten besetzen! Es wird also unsere Aufgabe sein darzustellen, was den Volkssport ausmacht, wie er zu dem geworden ist, was er ist (oder einmal war) und wo die Grenze liegt zwischen dem Volkssport Fußball und dem modernen Fußballspiel.</p>
<p>Da sich das Themenfeld „Volkssport Fußball“ über eine große Bandbreite erstreckt, möchten wir es nicht nur im Schwaadlappe beleuchten, sondern auch auf andere Weise darstellen: unter <a href="../" target="_blank">www.volkssport-fussball.de</a> werden wir in Zukunft neben der Sammlung aller im Schwaadlappe erschienenen Texte bezüglich dieser Thematik weitere Hintergrundinformationen in Text- und kreativer Form zusammenstellen. Ferner möchten wir im Stadion auf die Initiative aufmerksam machen, indem wir Spruchbänder zu Themen aus dem Bereich „Volkssport Fußball“ präsentieren. In unserem Fanzine „Mentalita Kölsch“ wird das Thema ebenso eine Rolle spielen.<br />
Zufälligerweise fällt die Bekanntgabe der Initiative „Volkssport Fußball“ auf unser Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim. Es gab in den letzten zwei Jahren wohl kaum ein Thema, das den Fußball und seine Szene mehr polarisierte als der Retortenverein aus dem Kraichgau. <strong>Wir haben uns daher dazu entschlossen, nach dem Spiel einen Marsch unter dem Motto „Fußball als Volkssport erhalten“ zu veranstalten. Startschuss wird gegen 17:50 Uhr hinter der Südkurve sein, bevor wir Richtung Radstadion aufbrechen werden.</strong> Geschmückt wird der Marsch mit einem Banner mit jenem Spruch. Darüber hinaus seid auch Ihr herzlich dazu aufgerufen, Euch Slogans und Sprüche zu dem Thema auszudenken, diese auf Stoff zu bringen und im Zuge des Marsches zu präsentieren. Im Schwaadlappe ist dazu noch ein gesonderter Aufruf formuliert.<br />
Es geht uns bei dem Marsch und der Sache an sich darum zu belegen und darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig die Wahrung der Fußballtraditionen, die Wahrung ehrlicher Werte in diesem Sport und der Belange der wahren Fans ist.</p>
<p>Dass Fußball der beliebteste Sport ist, mag unbestritten sein. Aber es gibt wohl auch kein „Hobby“, über das und in dem über verschiedene Meinungen so viel gestritten und debattiert wird.<br />
Der Fußball hat sich in den vergangenen 50 Jahren in allen, ob im sportlichen, geschäftlichen, fanrelevanten oder im gesellschaftlichen, Bereich rasant weiterentwickelt.<br />
Das Fußballspiel wurde attraktiver, da bessere Trainingsbedingungen, bessere Vereinsinfrastruktur, besseres taktisches Verständnis und nicht zuletzt mehr bessere Spieler den Sport prägten.<br />
Durch gesteigerte Einnahmen in allen Bereichen, ob Werbung, Spielertransfers, Eintrittkarten oder Fernsehgelder sowie durch moderne Stadien wurde der Sport professioneller und für die Medien attraktiver.<br />
Durch die Entwicklung der Fanszenen, wenn man sie vor 30 oder 40 Jahren schon so nennen konnte, wurde der Fußball zu einer Marke. Ohne Fans keine Stimmung, ohne Stimmung und Fans keine Beachtung in der Gesellschaft. Durch Fanclubs und Ultragruppierungen erhielten die Kurven im Lande eine Struktur, die gute Stimmung, ansprechende Choreos und Meinungsäußerung der Fans ermöglichten.<br />
Und eben wegen der Fans, der Professionalität und sportlicher Erfolge in allen möglichen Regionen und auch auf europäischer Ebene entwickelte sich der Fußball auch hierzulande zum Volkssport Nr. 1!<br />
Aber mit jeder Entwicklung wachsen auch Nachteile und Probleme. Weil wir diesen Sport mit allem, was dazu gehört, so lieben, müssen wir auch alles Mögliche tun, um Probleme zu beseitigen, oder zumindest zu bekämpfen.</p>
<p>Natürlich freuen wir uns, wenn am Ende eines Jahres schwarze Zahlen im Geschäftsbericht stehen. Aber ist das alles? Diese kommen nämlich unter anderem auch durch eine Ablösesummenspirale zu Stande, die sich ins Unermessliche zu drehen scheint. Bleibt der Fußball volksnah, wenn es Spieler gibt, die eine feste Ablösesumme von einer Milliarde Euro haben? Braucht der Fußball Berater, die nicht zwangsläufig das Beste für den Spieler, sondern vor Allem auch mehr Geld verdienen wollen?<br />
Braucht ein Verein Topspielzuschläge und ein Stadion unbedingt nur Sitzplätze? Ist eine Medienlandschaft, die keinen Fehler verzeiht und aus jeder Mücke einen Elefanten macht, von Nöten?<br />
Da all das nicht nur auf unseren Verein, den 1. FC Köln, zutrifft, liegt uns daran, dass die ins Leben gerufene Initiative deutschlandweite Aufmerksamkeit bekommt. Es liegt an allen Vereinen, Negativspiralen zu stoppen und Schaden vom Volkssport Fußball abzuwenden!<br />
Die angestoßenen Fragen gilt es nun zu beantworten. Von daher bitten wir Euch, weiterhin aufmerksam den Schwaadlappe zu lesen, regelmäßig die Internetseiten <a href="../" target="_blank">www.volkssport-fussball.de</a> und <a href="http://www.wh96.de/" target="_blank">www.wh96.de</a> zu besuchen und auf die Spruchbänder im Stadion zu achten, welche wir zu diesem Thema präsentieren werden. Wie oben bereits erwähnt, rufen wir Euch kurzfristig noch einmal dazu auf, am Fanmarsch nach dem Heimspiel gegen Hoffenheim teilzunehmen!</p>
<p>Fußball als Volkssport erhalten!!</p>
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		<item>
		<title>Warum 50+1 bleiben muss</title>
		<link>http://www.volkssport-fussball.de/?p=25</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 23:17:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volkssport</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit dem nächsten Gegner Hannover 96 kehrt auch ein Thema ins Müngersdorfer Stadion zurück, das für die aktive Fanszene von enormer Bedeutung ist. Hannovers Vorstandsvorsitzender Martin Kind beantragte Mitte Oktober bei der Deutschen Fußball-Liga die Aufhebung der so genannten „50+1“-Regelung. Diese Regelung schreibt den Bundesligisten vor, dass der Stammverein mindestens 50% + eine Stimme an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Mit dem nächsten Gegner Hannover 96 kehrt auch ein Thema ins Müngersdorfer Stadion zurück, das für die aktive Fanszene von enormer Bedeutung ist. Hannovers Vorstandsvorsitzender Martin Kind beantragte Mitte Oktober bei der Deutschen Fußball-Liga die Aufhebung der so genannten „50+1“-Regelung. Diese Regelung schreibt den Bundesligisten vor, dass der Stammverein mindestens 50% + eine Stimme an der Lizenzspielerabteilung halten muss.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit dieser satzungsgemäßen Sicherung der Mehrheit an ihren eigenen Kapitalgesellschaften soll der Einfluss externer Investoren eingedämmt werden. Um die Vereine aber interessanter für eben jene Investoren zu gestalten, ähnlich wie dies zum Beispiel in England der Fall ist, kämpft Kind seit Jahren dafür, die bestehende Regelung zu kippen und durch andere Vorschriften ersetzen zu lassen. Am 11. November haben die Manager der Profiklubs die Wahl: Sollte dies in den Gremien der DFL und des DFB nicht mit der nötigen Zwei-Drittel-Mehrheit geschehen, kündigte Kind bereits jetzt schon den Gang zu den höchsten europäischen Gerichten an, um die seiner Ansicht nach gegen EU-Recht verstoßende Regelung zu Fall zu bringen. Interessant ist hierbei sicherlich die Tatsache, dass Kinds angedachte Einrahmungen der Investionsfreiheit, zum Beispiel durch längere Haltefristen oder örtliche Gebundenheit der Investoren, wohl vor einem EU-Gericht ähnlich geringe Chancen hätten, wie die derzeitige Regelung.</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: bold;">Sturmreife Festung dank stumpfem Schwert</span></p>
<p style="text-align: justify;">Dennoch: Die Festung „50+1“ ist in der letzten Dekade Schritt für Schritt sturmreif geschossen worden: Mit Bayer Leverkusen und dem VfL Wolfsburg spielen mit dem Pharmariesen Bayer und dem Automobilgiganten Volkswagen zwei schwergewichtige Konzerne in der Bundesliga. Weder in Leverkusen noch in Wolfsburg halten die Vereine auch nur ein Prozent an sich selber, sie sind in beiden Fällen 100%ige Töchter des Konzerns. Aus Sicht vieler ist dies von Seiten des DFB akzeptierte und praktizierte Wettbewerbsverzerrung. Heribert Bruchhagen, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender Eintracht Frankfurts sowie im Vorstand der DFL, bezeichnete dies im Rahmen einer Diskussion über die „50+1-Regelung“ als „Sündenfall Leverkusen und Wolfsburg“, der nicht wiederholt werden sollte. Mit dem kometenhaften Aufstieg der Hoffenheimer wurde die Debatte über diese Art von Wettbewerbsverzerrung wieder angeschoben: De facto hält der Investor Hopp „nur“ 49% des Konstruktes Hoffenheim, dennoch ist er die unumgängliche Instanz in allen Fragen. Sogar bei Spielertransfers ist er als Finanzier in der Öffentlichkeit der gefragte Mann, welcher über Wohl und Wehe diktiert. Hier wird auf offensichtlichste Art und Weise das existierende Prinzip „50+1“ an der Nase herumgeführt. Mit RB Leipzig steht ein weiterer Härtefall vor der Tür der DFL. Um Investitionen außenstehender Personen oder Konzernen nicht zu gefährden, haben die Institutionen „50+1“ zu einem stumpfen Schwert verkommen lassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Einwand liegt hier auf der Hand: Warum nicht Chancengleichheit für alle und die Abschaffung der Regelung? Die Kritikpunkte sind so simpel wie auch oft genug wiederholt: Die Öffnung für weitere externe Investoren hätte laut FC-Geschäftsführer Claus Horstmann ein „Rattenrennen“ zur Folge. Im Kölner Stadt-Anzeiger äußerte er seine Bedenken gegenüber dem Aufheben der „50+1“-Regelung: „Die Vereine würden sich verkaufen – und am Ende würden die großen Vereine früher an Geld kommen und zudem auch noch höhere Beträge erwirtschaften – und wenn am Ende das Geld der Investoren aufgebraucht sei, habe man nicht nur den Abstand zwischen reichen und weniger reichen Klubs weiter vergrößert. Sondern auch nichts erreicht: Das finanzielle Niveau der Top-Klubs sei zwar für kurze Zeit gehoben worden, würde aber die Etats nicht dauerhaft stärken.“ Damit spricht Horstmann zwar nicht aus der Sicht eines Fans, sondern eines wirtschaftlich denkenden Vereinsfunktionärs, doch er trifft damit den (zumindest rationalen) Kern des Problems.</p>
<p style="text-align: justify;">Des Weiteren kann es nicht im Sinne der aktiven Fans sein, den Verein zu einem Spielzeug eines Vermögenden zu degradieren. Hierbei ist besonders die Abhängigkeit von den Launen einer einzelnen Person zu bedenken. Macht ihm sein Spielzeug nicht mehr den einst erwarteten Spaß, so kann die Herrlichkeit schneller vorbei sein, als Hennes „määäh“ sagen kann. Doch auch wenn selbst dies gegeben sein sollte, ist der Verein nicht davor gefeit, für das Verschulden anderer die eigene Existenz bedroht zu sehen. Dem AZ Alkmaar zum Beispiel droht aufgrund der Insolvenz der Muttergesellschaft, die von der Bankenkrise massiv getroffen wurde, unverschuldet die eigene Insolvenz. Ein weiterer, aus Sicht der Fans wichtiger Kritikpunkt sei an dieser Stelle noch hinzugefügt: Ein Investor bringt sich nicht aus reiner Menschenliebe in einen Verein ein – er möchte für sein Geld Gegenleistungen sehen. Sei es eine mächtige Position mit viel Ansehen an der Spitze des Vereins oder eine Rendite, die der Verein abwerfen soll: Um letzteres zu ermöglichen, müssen sich die Fans auf entsprechende Folgen einstellen. Die bedingungslose Liebe zu „seinem“ Verein würde wohl auf die harte Probe einer verschärft kommerziellen Vereinspolitik gestellt werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: bold;">Abenteuerspielplatz für Neureiche</span></p>
<p style="text-align: justify;">Gerade um die Folgen einer investorfreundlichen Politik abzuzeichnen, eignet sich mit England das ab- und erschreckende Beispiel für alle diejenigen, denen der Erhalt der 50+1-Regelung am Herzen liegt: Die stolze Premier League ist zum Abenteuerspielplatz von neureichen Investoren degeneriert. Waren es früher teures Gepränge, schnelle Autos, große Yachten oder beeindruckende Gebäude, mit denen sich geschmückt wurde, so scheinen heute die britischen Fußballvereine die Trumpfkarte in einem wahnwitzig anmutenden Schwanzvergleich zwischen US-amerikanischen, russischen und arabischen Milliardären zu sein. Gewiss: Die sportliche Qualität der Premier League, das internationale Ansehen und die Wettbewerbsfähigkeit in den internationalen Wettbewerben – all dies wurde durch das Einfließen externer Gelder erhöht. Es gab Saisons, da verhinderte nur das direkte Aufeinandertreffen von Manchester United und Konsorten ein rein englisches Champions-League-Halbfinale.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch zu welchem Preis? Die Antwort: Totale Kommerzialisierung. Was in Deutschland noch in der Entwicklung steht, ist auf der Insel bereits etablierte Realität. Völlig in Stücke geschnittene Spieltage, das Pay-TV hat Exklusivrechte, die Zusammenfassungen der Spiele kommen erst spät am Wochenende. Die Liga hat einen Sponsor, sogar der Ball hat einen. Die Preise für Eintrittskarte sind (besonders im Vergleich zur deutschen Liga) exorbitant hoch, so dass die Unterstützung seines Vereins einen aktiven Fan beinahe an den Rand des Ruins treibt. Mitunter kommt ein Stadionbesuch in Deutschland (Billigflug plus Stadionticket) deutlich günstiger als das Pendant auf der Insel. Diese Preispolitik hat natürlich Nebenwirkungen: Die einst als Stimmungsvorbild gepriesene Stadienszenerie ist in England zum Erliegen gekommen. Eine Veränderung der Publikumsstruktur sowie deren stetig fortschreitende „Vergreisung“ hat aus den Hexenkesseln Theatersäle gemacht.</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: bold;">50+1 muss bleiben – für uns Fans!</span></p>
<p style="text-align: justify;">Gerne werden die sportlichen Erfolge englischer Vereine in internationalen Wettbewerben dazu genutzt, die Öffnung der Vereine für externe Investoren zu propagieren, jedoch wird dabei die unterschiedlichen Traditionen des englischen und deutschen Fußballsystems völlig außer Acht gelassen. Während in England schon Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts die Mehrzahl der Klubs als Firmen organisiert waren, weil sich eben damit leichter Investoren für den Unterhalt teurer Spieler finden ließen, ist die Tradition in Deutschland eine ganz andere. Fußball war schon seit jeher der Sport des einfachen Mannes, ein Volkssport für alle. Dies muss in den Überlegungsprozess, der sich mit dem Erhalt beziehungsweise der Abschaffung der 50+1-Regelung beschäftigt, unbedingt einfließen. Dazu gehört auch, die bestehende Regelung endlich konsequent umzusetzen und damit auch die „Sündenfälle Leverkusen/Wolfsburg“ wieder zu begradigen sowie neue a la Hoffenheim und Leipzig nicht weiter zu fördern.</p>
<p style="text-align: justify;">Gerade aus Sicht der aktiven Fans, die ihrem Verein lebenslang die Treue halten, ist eine fortschreitende „Enteignung“, die bereits durch die Ausgliederungen der Profiabteilungen aus den Vereinen begonnen hat, nicht zu akzeptieren. Die Öffnung der deutschen Vereine für externe Investoren stellt wahrlich nicht das Öffnen der Büchse der Pandora dar, jedoch würde dadurch eine fanfeindliche, extrem kommerziell ausgerichtete Strömung in Deutschlands Fußball weiter an Auftrieb gewinnen. Dies gilt es aus unserer Sicht mit aller Macht zu verhindern. Fußball soll Volkssport bleiben – und nicht denjenigen vorbehalten sein, deren Brieftasche größeren Umfangs ist.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der Kampf geht weiter – 50+1 muss bleiben!!!</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Dachverband der aktiven Fanclubs des 1. FC Köln e.V.</p>
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		<title>Vereine aus der Retorte</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 23:20:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volkssport</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bayer 04 Leverkusen, unser heutiger Gegner ist wohl das bekannteste Beispiel für Vereine aus der Retorte. Das Image des „Plastikklubs“ wird der Verein von der anderen Rheinseite trotz offensivem und erfolgreichem Fußball, Teilnahmen im Europapokal und mehreren Vizemeisterschaften nicht los. Besonders im Duell mit unserem Club werden die gängigen Klischees vom großen Traditionsverein und dreifachen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bayer 04 Leverkusen, unser heutiger Gegner ist wohl das bekannteste Beispiel für Vereine aus der Retorte. Das Image des „Plastikklubs“ wird der Verein von der anderen Rheinseite trotz offensivem und erfolgreichem Fußball, Teilnahmen im Europapokal und mehreren Vizemeisterschaften nicht los. Besonders im Duell mit unserem Club werden die gängigen Klischees vom großen Traditionsverein und dreifachen deutschen Meisters mit der großen Fanbasis auf der einen Seite und dem aktuell sportlich erfolgreicheren Verein mit dem potenten Geldgeber im Rücken und ohne nennenswerte Erfolge in der Vergangenheit auf der anderen Seite bedient. Natürlich liegt es uns fern an dieser Stelle Phrasen zu dreschen und die üblichen Klischees zu bedienen, aber die Thematik rund um solche Vereine ist in unseren Augen wichtiger und aktueller denn je.</p>
<p>Der deutsche Meister kommt aus Wolfsburg und gehört de facto zum VW-Konzern, in Österreich scheint die Dominanz von Red Bull Salzburg fast ungebrochen und Dietmar Hopps TSG Hoffenheim spielte sich in der vergangenen Hinrunde in die Herzen der Medienvertreter. Selbst im unterklassigen Fußball lässt sich diese Liste problemlos fortführen. In der Oberliga versucht Red Bull beim SSV Markranstädt nach dem Einstieg in Österreich und den USA, auch den deutschen Fußball zur Platzierung seiner Marke zu nutzen und in der 3. Liga geht der SV Wehen Wiesbaden auf Punktejagd. Ursprünglich war der Verein in der hessischen Gemeinde Taunusstein beheimatet und hatte den sportlichen Aufstieg bis in die 2. Bundesliga größtenteils seinem Gönner Heinz Hankammer zu verdanken. Der Gründer eines großen Wasserfilterherstellers unterstütze den Verein finanziell und im infrastrukturellen Bereich. Solche Förderer und Mäzene sind im Fußball seit jeher nicht Ungewöhnliches, die SG Wattenscheid 09 spielte in den 90er Jahren dank der Unterstützung von Klaus Steilmann in der Bundesliga und unser Lokalrivale Fortuna Köln hat die jahrelange Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga hauptsächlich Jean Löring zu verdanken. Schlussendlich ist die Gründung unseres Fußballclubs ebenfalls eng mit einer Person, nämlich Franz Kremer verbunden. Der deutsche Fußball wurde also von solchen Persönlichkeiten geprägt, aber wieso hegt sich aktuell so großer Widerstand gegen die heutigen „Macher“ in der Bundesliga bzw. im deutschen Fußball? Woher kommt z.B. die Ablehnung gegen Dietmar Hopp und sein Projekt? Wo liegen die Unterschiede im Denken und Handeln eines Herrn Hopp heute und eines Herrn Kremers vor über 60 Jahren?</p>
<p>Eine sicherlich provokante Frage und These, die wir natürlich nicht in dieser Form stehen lassen wollen. Zunächst muss die Gründung unseres 1. FC Köln vor dem historischen Hintergrund betrachtet werden. Im zerstörten Nachkriegs-Köln waren die einzelnen Clubs aus den verschiedenen Veedeln schwer von den Kriegsschäden gezeichnet. In der ersten Saison der neugeschaffenen Oberliga West stiegen mit dem VfR Köln und Preußen Dellbrück &#8211; zwei Vorgängervereine des SCB Viktoria Köln &#8211; die beiden einzigen Vertreter unserer Domstadt ab und in der kommenden Saison fand die höchste westdeutsche Fußballliga ohne einen Vertreter aus Köln statt. Um diesen Zustand zu ändern, versuchte Kremer mit der Idee eines Kölner Großklubs hervorgehend aus der Fusion seines Kölner BC und der SpVgg Sülz 07 den Fußball in Köln überregional konkurrenzfähig zu machen und zu Beginn dieser neuen Epoche im west- bzw. bundesdeutschen Fußballs zu etablieren.</p>
<p>Er warb für dieses Vorhaben mit dem legendären Ausspruch:“Wollen Sie mit mir Deutscher Meister werden?“ Anschließend war „der Boss“ 19 Jahre lang Präsident unseres Clubs und maßgeblich an der Gründung der Bundesliga beteiligt. Ein Vergleich zum Einstieg Dietmar Hopps in Hoffenheim wäre also nicht nur anmaßend, sondern auch schlicht und ergreifend aus dem Zusammenhang gerissen. Während Franz Kremer in beeindruckender Weise an der Schaffung der Strukturen beteiligt war, die diesen Sport erst zum Volkssport in Deutschland und Köln machten, setzte sich Herr Hopp bedenkenlos über diese gewachsenen Strukturen hinweg und schuf ein künstliches Produkt mit seinen Millionen. Ein Konstrukt, eben ein typischer Retortenklub ohne gewachsene Fußball- und Fankultur. Die einzelnen Gründe unserer Ablehnung solcher Modelle haben wir bereits oft in unseren Medien publiziert und mit den verschiedensten Argumenten belegt, daher möchten wir es an dieser Stelle bei einem kurzen Anriss belassen. Die Art und Weise der Unterstützung und Förderung des Fußballs und der Vereine hat sich also grundlegend verändert.</p>
<p>Während der Wattenscheider Textilunternehmer Steilmann seinen Verein aufgrund der Verbundenheit zu seiner Heimatstadt unterstütze, scheinen solche Werte im Management und Präsidium des SV Wehen Fremdwörter zu sein. Die erste Mannschaft des Vereins wurde kurzerhand nach Wiesbaden umgesiedelt, um die Marke „Fußball“ besser zu positionieren. Übrigens hatte Dietmar Hopp ähnliche Pläne im Bezug auf einen Umzug nach Heidelberg. Solche Ideen wären Klaus Steilmann sicher nie in den Sinn gekommen, selbst die Eingemeidung nach Bochum im Zuge der Gebietsreform 1975 traf ihn so tief, dass er bis heute einen Wagen mit Essener Kennzeichen fährt, um das Auto nicht in Bochum anmelden zu müssen. Natürlich schwingt in diesen Zeilen eine gehörige Portion Nostalgie mit und wir sind und bewusst, dass der Fußball stetig Veränderungen ausgesetzt ist. Im Laufe der Jahren stiegen immer wieder neue Clubs in die Bundesliga auf und in den meisten Fällen ohne sich über einen längeren Zeitraum zu etablieren. Vereine wie Waldhof Mannheim, der SSV Ulm oder Mainz 05 sind einige Beispiele, die nicht auf eine so große erfolgreiche Vergangenheit wie der 1. FC Kaiserslautern, der VfB Stuttgart oder Schalke 04 zurückblicken können, aber sich die sportliche Berechtigung in der höchsten Spielklasse antreten zu dürfen verdient haben. Eine Legitimation, die wir den eben erwähnten Retortenklubs und auch den Werksvereinen zu einem gewissen Grad absprechen.</p>
<p>Selbstverständlich ist die Beziehung von Wirtschaft, Industrie und dem Fußball fast so alt, wie der Fußball selbst. Die Vereine im Ruhrgebiet konnten sich von der Zeit ihrer Gründung bis in die 50er Jahre der Unterstützung einzelner Zechen und der Schwerindustrie sicher sein. Der italienische Rekordmeister Juventus Turin ist bekannt für seine Nähe zum italienischen Autohersteller Fiat. Insbesondere die engen Verbindungen zur Familie Agnelli sind bis heute nahezu legendär. Giovanni Agnelli senior war eines der acht Gründungsmitglieder des Konzerns und seine Enkel Gianni und Umberto leiteten nicht nur Fiat, sondern waren nach Tätigkeiten in der Vereinsführung Zeit ihres Lebens glühende Anhänger und Ehrenpräsidenten der „Alten Dame“. Eine Verbindung zum deutschen Meister Wolfsburg scheint auf der Hand zu liegen. Schließlich werden die Niedersachsen auch vom örtlichen Automobilhersteller im großen Stile unterstützt. In Turin ist die Familie zwar Mehrheitseigentümer des Vereins, aber Juve ist finanziell nicht einzig und allein abhängig von Familie und Unternehmen.</p>
<p>Der VfL befindet sich hingegen zu 100% im Besitz der Volkswagen AG, ohne deren Unterstützung ein solcher Aufstieg bis hin zur Deutschen Meisterschaft nicht möglich gewesen wäre. Der Verein dient dabei natürlich hauptsächlich als Werbemittel, um die Marke durch die Beliebtheit des Fußballs noch besser zu positionieren. Eine Art des Sponsorings, dass in unseren Augen den Rahmen sprengt und vergleichbar mit dem dem Konzept des Getränkeherstellers Red Bull ist.</p>
<p>Allerdings ist das Engagement von VW in Wolfsburg und Bayer in Leverkusen historisch bedingt und die beiden Städte sind ohne die Unternehmen nicht denkbar. Jedoch berechtigt diese Verbindung noch lange nicht dazu, den Fußball auf diese Art und Weise zu „missbrauchen“ und sich mit den erwirtschafteten Konzern-Millionen eine eigene Fußballabteilung in der Spitzengruppe der Bundesliga zu halten. Uns fehlt vor diesem Hintergrund die Verhältnismäßigkeit und ein solcher Eingriff in die Kultur und Struktur des Fußballs wird mittel- und langfristige Folgen haben. Solche Vereine, Projekte, Modelle oder Konstrukte werden niemals die selben Emotionen, die selbe Leidenschaft hervorrufen und soviele Menschen bewegen, wie unser 1. Fußballclub Köln oder vergleichbare Traditionsvereine. Ein solcher Fußball ist für uns ein Schreckgespenst und nicht mit unseren Idealen und Werten zu vereinbaren, daher stellen wir uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gegen diese Entwicklungen.</p>
<p><strong>Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers!</strong></p>
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		<title>Erhöhung der Kartenpreise</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 22:54:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volkssport</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der letzten Ausgabe des Schwaadlappe äußerten wir Kritik an der aktuellen Kartenpreispolitik unseres Fußballclubs, doch natürlich ist uns klar, dass sich diese Problematik nicht ausschließlich auf unser Müngersdorfer Stadion beschränkt. Reist man dem FC regelmäßig in die Stadien der Republik hinterher, wird man mit den Preisen bei den übrigen Bundesligisten zwangsläufig konfrontiert. Ein besonders [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der letzten Ausgabe des Schwaadlappe äußerten wir Kritik an der aktuellen Kartenpreispolitik unseres Fußballclubs, doch natürlich ist uns klar, dass sich diese Problematik nicht ausschließlich auf unser Müngersdorfer Stadion beschränkt. Reist man dem FC regelmäßig in die Stadien der Republik hinterher, wird man mit den Preisen bei den übrigen Bundesligisten zwangsläufig konfrontiert. Ein besonders extremer Fall dieser Preisentwicklung spielte sich in Hamburg ab. Im Flyer der örtlichen Ultrà-Gruppierung „Chosen Few“ lasen wir von Kartenpreisen bis zu 97 Euro beim Derby gegen Bremen in der vergangenen Saison. In den Führungsetagen der Vereine lässt sich die Erhöhung der Preise auf die einfache marktwirtschaftliche Formal zurückführen, dass Nachfrage und Angebot den Preis regeln.</p>
<p>Die Nachfrage nach Fußball ist in unserer Gesellschaft momentan ungebrochen. Im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft erlebte der Volkssport eine neue Renaissance und fast jeder Bundesligist vermeldete Rekorde beim Verkauf von Dauerkarten und die Zuschauerschnitte in Deutschland suchen Ihresgleichen in Europa und auf der Welt.</p>
<p>Eine gestiegene Nachfrage nach dem Produkt Fußball rechtfertigt also die erhöhten Eintrittspreise. Fußball reduziert auf den Status eines Produktes wie Jogurt im Supermarktregal!?! Wir werden diese Entwicklung weiterhin kritisch begleiten und innerhalb unserer Möglichkeiten dagegen vorgehen. In Kreisen der aktiven Fans wird oftmals vom modernen Fußball und dessen Ablehnung gesprochen, wir wollen die einzelnen Aspekte noch deutlicher herausstellen um im Anschluss unsere Kritik mit Leben und Inhalten zu füllen. In Zukunft werden wir im Schwaadlappe diese Rubrik regelmäßig mit den unterschiedlichsten Inhalten füllen, ihr dürft also gespannt sein. Sicherlich haben wir die unterschiedlichsten Themen bereits in der Vergangenheit häufig in unseren diversen Publikationen zum Thema gemacht und die eine oder andere inhaltliche Überschneidung wird sicherlich nicht zu vermeiden sein, allerdings hat dieses Thema sowohl für uns als auch für die aktive Fanszene in Köln einen so hohen Stellenwert eingenommen, dass wir in Zukunft vermehrt einzelne Punkte beleuchten werden. Natürlich werden wir aktuelle Entwicklungen und Ereignisse aufgreifen, aber auch den Blick in die Vergangenheit schweifen lassen. Ihr dürft also gespannt sein, was in den nächsten Ausgaben auf Euch zu kommen wird.</p>
<p>Wie bereits erwähnt, dreht sich der erste Teil unserer Reihe noch einmal um die Erhöhung der Kartenpreise. Die teuerste Tageskarte für das heutige Heimspiel kostet 58 Euro, ein stolzer Preis für den Besuch eines Heimspieles des sieglosen Tabellenletzten. Der Protest hält sich jedoch in Grenzen bzw. äußert sich in Köln kaum. Die Dauerkartenpreise für FC Mitglieder sind in den Blöcken der teuersten Preiskategorie (W13-W16, O4, O5, O13-O16) im Vergleich zur letzten Saison um 16,51% gestiegen, unter Berücksichtigung der Steigerung nach dem letztmaligen Aufstieg in Höhe von 18,48% , ergibt sich eine Erhöhung der Preise von 175 Euro innerhalb von zwei Spielzeiten.</p>
<p>Sicherlich haben sich die Preise aufgrund der ständigen Aufund Abstiege unseres Vereins relativ lange auf einem konstanten Niveau bewegt, aber die momentane Entwicklung stimmt uns doch sehr nachdenklich.</p>
<p>In der vergangenen Saison konnte Michael Trippel eigentlich  bei jedem Spiel ein ausverkauftes Haus vermelden, aber bei den ersten beiden Heimspielen der noch jungen Saison blieben einige Plätze im Müngersdorfer Stadion leer. Natürlich lag dies auch an den mitgereisten Gästefans. Während der Werksverein aus Niedersachsen nicht annähernd 1.000 Fans mit nach Köln brachte und für leere Plätze im Gästeblock sorgte, stellte sich die Situation gegen die Frankfurter Eintracht etwas anders dar. Setzten die Hessen in den vergangenen Jahren ihr Kontingent von 5.000 Karten bereits im Vorfeld der Partie problemlos ab, gingen beim diesjährigen Aufeinandertreffen sogar Karten zurück nach Köln. Die Begründung für diesen Vorgang liegt auf der Hand. Die Preise waren einfach zu hoch. Eine reguläre Stehplatzkarte ohne Ermäßigung kostet im Müngersdorfer Stadion mittlerweile bei einem Spiel zwischen dem 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt 16 Euro. Seit der Saison 2004/2005 sind die Preise für eine Dauerkarte in den Blöcken S1-S6 um 45% gestiegen und in diesen Zeitraum von fünf Jahren fiel neben zwei Aufstiegen auch ein Abstieg und eine zweijährige Phase in der 2. Bundesliga.</p>
<p>Doch die ersten Anzeichen, dass die Preisspirale vielleicht überdreht sein könnte, zeigten sich als auf West- und Osttribüne in den vergangenen beiden Heimspielen einige Plätze leer blieben. Prinzipiell ist es natürlich so, dass derjenige Eintritt ins Stadion erhält, der bereit ist den höheren Preis zu zahlen, und im Großen und Ganzen scheint dieses Konzept auch aufzugehen. So betrug die Auslastung bei den ersten beiden Spielen trotz einiger leerer Plätze über 90% und gibt den Verantwortlichen in ihrer Ausrichtung sicherlich Recht. Eine Rechtfertigung basierend auf den Zusammenhängen der Marktwirtschaft. Es liegt uns fern, diese Zusammenhänge neu zu definieren und eine Kritik am System der Marktwirtschaft würde mit Sicherheit den Rahmen sprengen, zudem sind die unterschiedlichen Ansichten zu diesem Thema auch schwer zu vereinbaren, aber wir gelangen zurück zum Ausgangspunkt unserer Kritik. Lässt sich Fußball, lassen sich Fußballvereine auf einen Markt und auf Unternehmenreduzieren?</p>
<p>Wir sagen, dass Fußball im Allgemeinen und unser 1. Fußballclub im Speziellen weitaus mehr sind!</p>
<p>Leer gebliebene Plätze und Fans, die sich den Besuch im Stadion nicht mehr leisten können, verbuchen die Chefetagen der Bundesliga vielleicht als Kollateralschäden, doch für uns stellt dieser Vorgang einen Einschnitt dar, der den Fußball weiter von seiner ursprünglichen Basis entfernt und dem Spiel auf Dauer seinen Charakter raubt. Über Jahrzehnte war dieser Sport die schönste „Nebensache“ der Welt und für viele Menschen ein beträchtlicher Teil ihres Lebens und Ihrer Lebensgestaltung.</p>
<p>Die Bezeichnung als Volkssport Nr. 1 kommt nicht von ungefähr, doch auch wenn die Zuschauerschnitte weiter alle Rekorde brechen und die Massen weiterhin in die Stadion pilgern, liegen gravierende Veränderungen vor. Fußball ist zu einer Unterhaltungsindustrie verkommen und das Spiel im Stadion ist nur noch ein Teil des gesamten Events.</p>
<p>Ein Großteil der Zuschauer hat sein Gespür für die 90 Minuten auf dem Rasen scheinbar gänzlich verloren und die eigene Unterhaltung steht im Vordergrund. Vorschnelle Pfeifkonzerte und eine schlechte Stimmung sind Folgen dieser Entwicklung, die keiner leugnen kann.</p>
<p>Im Zuge der Euphorie, die rund um die WM 2006 entstand, werden Preiserhöhungen oder Änderung der Anstoßzeiten und Zerstückelung der Spieltage von einer gewissen Masse hingenommen, da ein Stadionbesuch momentan auf eine gewisse Art und Weise ein Statussymbol darstellt. Um uns jetzt einiger wirtschaftlicher Zusammenhänge zu bedienen, bleibt die Frage, wann der Markt übersättigt ist und dem eingeschlagenen Weg Tribut gezollt werden muss.</p>
<p>Die ersten Anzeichen sind am Horizont zu erkennen und die Kritik aus Kreisen der Fans, denen etwas an ihrem Verein und dem Sport liegt, wird lauter. Bleibt abzuwarten, ob und wann ein Umdenken in den Kreisen der Verantwortlichen einsetzt. Fußball ist Kulturgut und darf nicht bis ins letzte Detail den wirtschaftlichen Zwängen der freien Marktwirtschaft unterworfen werden.</p>
<p><strong>Fußball als Volkssport erhalten!</strong></p>
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		<title>Topspielzuschlag und Dauerkartenpreiserhöhung</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Aug 2009 22:53:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volkssport</dc:creator>
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		<description><![CDATA[An dieser Stelle wollen wir wiederholt auf die Thematik des Topspielzuschlags und der Erhöhung der Dauerkartenund Tagespreise eingehen. Wir sind uns durchaus bewusst, dass unser Verein Einnahmen generieren muss und jede Möglichkeit in dieser Hinsicht zu prüfen und dann gegebenenfalls umzusetzen hat. Im Hinblick auf die Erhöhungen der Eintrittspreise und der Erhebung eines sogenannten Topspielzuschlages [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An dieser Stelle wollen wir wiederholt auf die Thematik des Topspielzuschlags und der Erhöhung der Dauerkartenund Tagespreise eingehen. Wir sind uns durchaus bewusst, dass unser Verein Einnahmen generieren muss und jede Möglichkeit in dieser Hinsicht zu prüfen und dann gegebenenfalls umzusetzen hat. Im Hinblick auf die Erhöhungen der Eintrittspreise und der Erhebung eines sogenannten Topspielzuschlages entstehen in unseren Augen problematische Entwicklungen.</p>
<p>Ein solcher Zuschlag wurde eingeführt um aus Spielen mit gewisser sportlicher oder historischer Brisanz zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Weder für die Mannschaft noch für die Fans generiert sich dadurch irgendein Mehrwert. Das Spiel ist nicht ansehnlicher und die Chancen auf den Sieg sind nicht höher. Besonders bitter stößt uns aber auf, dass es mittlerweile fast schon zur Gewohnheit wird, Spiele mit künstlich aufgebauter Brisanz zu Topspielen zu deklarieren. Dieses Konzept griff bereits in Liga 2 und somit behielt man es letzte Saison bei und wird es auch in dieser Saison wieder anwenden.</p>
<p>Durch den Verbleib in der 1.Liga und den Hype um Lukas Podolski kann sich der Verein eines dauerhaft erhöhten Zuschauerzuspruches sicher sein. Darum ist davon auszugehen, dass wohl jedes zweite Spiel als „Topspiel“ definiert wird. Die ersten vier Heimspiele und deren Eintrittspreise verdeutlichen diesen Trend. Nach wie vor möchten wir dieses Vorgehen kritisieren. Als Fans des 1.FC Köln sind wir an unserer Mannschaft und nicht an der des Gegners interessiert. Die Aufwertung des Spiels aufgrund eines bestimmten Gegners ist zugleich eine Abwertung des eigenen Teams. Denn jedes Spiel hat für uns durch die Anwesenheit des FC gleich viel Wert. Davon abgesehen ist der Zuschlag schlichtweg eine Ausbeutung des Fans (oder des „Kunden“?). Seine Liebe zum Verein wird damit belohnt, dass er nun regelmäßig bei einer Vielzahl der Spiele noch ein paar Euro drauflegen darf.</p>
<p>Nach dem Verbleib in der höchsten Liga musste man gleichermaßen eine weitere Eintrittspreiserhöhung wahrnehmen. Natürlich wissen wir, dass der gewünschte Transfer von Lukas Podolski einen immensen Investitionsrahmen in Anspruch genommen hat und diese Kosten gedeckt werden müssen, und selbstverständlich wünschen wir uns vor jeder Saison neue Verstärkungen für unser Team, um in der Tabelle weitere Plätze gut zu machen, uns in der 1. Bundesliga zu etablieren und irgendwann vielleicht wieder den Anschluss an die Spitze der Liga herzustellen. Allerdings sollte eine solche Entwicklung nicht ausschließlich auf dem Rücken der Fans ausgetragen werden.</p>
<p>Vor allem sozialschwächeren Fans muss weiterhin die Möglichkeit gegebenen werden, die Spiele ihres bzw. unseres Vereins im Stadion zu verfolgen. Sicherlich dürfen wir uns insbesondere bei den Preisen für eine Dauerkarte im Stehplatzbereich nicht beschweren, aber die Preise im Sitzplatzbereich zählen mittlerweile zur Spitze in Deutschland. Dort hat es Erhöhungen von 50 Euro bis 100 Euro gegeben. Durch die Verschiebung der Kategorien sind es im Unterrang der Gegengeraden sogar 150 Euro mehr!</p>
<p>Dennoch blieb eine große Kündigungswelle aus. Ganz im Gegenteil wurde aufgrund des Ausverkaufs der Dauerkarten sogar noch eine (natürlich kostenpflichtige) Warteliste eingerichtet, die sich direkt großer Beliebtheit erfreute. Daraus lässt sich schließen, dass im Preisgefüge noch genügend Luft nach oben ist. Die einzige Hoffnung ist, dass der Hype um unseren Verein mal ein Ende haben wird und die Zuschauerflut sich wieder legt. Zurzeit bleiben viele, deren Herz am FC hängt, auf der Strecke, weil Trendbesucher mehr bezahlen können. Das ist äußerst bedauerlich für diese Menschen und sehr beschämend für die Führung des Vereins. Diejenigen auszuschlachten,die dies aufgrund der Liebe mit sich machen lassen, zeugt nicht gerade von einem Handeln im Interesse der Fans.</p>
<p>Es natürlich schwer in dieser Problematik eine zufriedenstellende Lösung für allen Beteiligten zu finden, da der Verein natürlich seine Einnahmen erhöhen möchte, aber vielleicht sollten sich die Entscheidungsträger im Verein vor Augen führen, dass der Besuch der Heimspiele diese Clubs für manche Menschen keine bloße Möglichkeit der Freizeitgestaltung darstellt und in Konkurrenz zu einem Kino- oder Theaterbesuch steht, sondern der 1. FC Köln wirklich einen beträchtlichen Teil des Lebensinhaltes ausmacht und kein Trend ist, der sich in den letzten Jahren entwickelte.</p>
<p>Ein weiterer Aspekt, der sich durch die Erhebung von Topspielzuschlägen ergibt, sind die erhöhten Kartenpreise für Fans der Gastmannschaft. Besonders die Fans des FC Bayern können über diese Problematik ein Lied singen, da sie sich bei Spielen ihres Clubs regelmäßig mit erhöhten Preisen im Vergleich zu Partien mit Beteiligung von vergleichsweise unattraktiven Gegnern konfrontiert sehen. Wir konnten diese Erfahrungen vergangene Saison in Hamburg machen, und die Fans aus Frankfurt erleben es beim heutigen Spiel in Köln.</p>
<p>Vor diesen Hintergründen sollte bei den Verantwortlichen vielleicht wieder etwas Normalität einkehren und nicht jedes Spiel zu einem Topspiel deklariert werden. Schließlich sind die Eintrittspreise in den letzten Jahren ohnehin schon erheblich erhöht worden und Fußball in der Bundesliga muss bezahlbar bleiben.</p>
<p><strong>Fußball als Volkssport erhalten!</strong></p>
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		<title>Einstieg von Red Bull in Leipzig</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Aug 2009 22:52:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volkssport</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Thema, das von den Medien in der Sommerpause eher am Rande behandelt wurde, war der Einstieg des österreichischen Getränkeherstellers Red Bull beim fünftklassigen SSV Markranstädt. Der Verein aus einem Leipziger Vorort trat sein Startrecht in der Oberliga ab und am vergangenen Samstag ging der neue Verein RB Leipzig erstmals auf Punktejagd. RB steht dabei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Thema, das von den Medien in der Sommerpause eher am Rande behandelt wurde, war der Einstieg des österreichischen Getränkeherstellers Red Bull beim fünftklassigen SSV Markranstädt. Der Verein aus einem Leipziger Vorort trat sein Startrecht in der Oberliga ab und am vergangenen Samstag ging der neue Verein RB Leipzig erstmals auf Punktejagd. RB steht dabei offiziell nicht für Red Bull sondern für Rasen Ballsport, allerdings ist die gewünschte Assoziation des Vereinskürzelsmit dem Brause-Konzern selbstverständlich gewünscht. Notwendig wird diese Namensgebung aufgrund einer Vorschrift des DFB, nach der lediglich Sponsoren im Vereinsnamen vorkommen dürfen, wenn dies auf eine traditionelle und langjährige Verbindung zurückzuführen ist, wie im Falle von Carl-Zeiss Jena zum Beispiel.</p>
<p>Die zweite Mannschaft aus Jena war der erste Gegner der neu geschaffenen Mannschaft aus dem Leipziger Landkreis, das Spiel endete mit einem 1:1 und wurde von Protesten der FCC-Fans begleitet. Nach den Plänen von Red Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz, soll RB Leipzig in naher Zukunft gegen die erste Mannschaft aus Jena antreten und mittelfristig soll im Leipziger Zentralstadion dann Bundesligafußball geboten werden. Die Namensrechte am WM-Stadion hat sich der Salzburger Konzern ab 2010 übrigens für 20 Jahre gesichert. Momentan spielt der Verein noch im „Stadion am Bad“ in Markranstädt, doch im kommenden Jahr wird der Verein nach Leipzig umziehen.</p>
<p>Die bevölkerungsreichste Stadt der neuen Bundesländer war bereits über einen längeren Zeitraum Ziel dieser Marketingstrategie, allerdings scheiterte ein Einstieg beim FC Sachsen Leipzig u.a. aufgrund monatelanger Proteste der Fans und den Bedenken des DFB. Ähnlich wie beim SV Austria Salzburg sollte die Tradition der ehemaligen BSG Chemie Leipzig (DDR-Meister: FC vs. VfL Wolfsburg – Schwaadlappe Nr. 39 · FC vs. VfL Wolfsburg – Schwaadlappe Nr. 39 · 1951, 1964, FDGB-Pokalsieger: 1966) ausgelöscht werden und der Verein zu einer reinen Werbemarionette verkommen. Neben der BSG Chemie ist Leipzig auch die Heimat des 1. FC Lokomotive Leipzig. Der ehemalige Europapokalfinalist, dessen Vorgängerverein VfB erster Deutscher Meister war, trifft am siebten Spieltag auf RB Leipzig. Bei diesem Spiel wird es im Zentralstadion zu einem ersten direkten Aufeinandertreffen der großen Leipziger Fußballtradition mit dem neu geschaffenen Werbekonstrukt kommen. Diese große Tradition und die Lage im Gebiet der ehemaligen DDR machten den Standort so attraktiv für diesen Einstieg.</p>
<p>Der ostdeutsche Fußball kränkelt seit der Wiedervereinigung und besonders in einer Stadt wie Leipzig sehnen sich die Menschen nach höherklassigem und erfolgreicherem Fußball. Dieses Kalkül veranlasste auch Red Bull einen Investitionsrahmen von angeblich bis zu 100 Millionen Euro zu veranschlagen. Allerdings werden zu Summen und Zahlen keine konkreten Angaben gemacht, eine Methode die auch bei Dietmar Hopps Investitionsobjekt aus Hoffenheim zu den gängigen Praktiken zählt. Wahrscheinlich würde die Bekanntgabe der tatsächlich investierten (Un-)Summen in der Öffentlichkeit Sympathien schmälern. Doch die Transfers der Spieler Neuhaus, Kläsener und Hertzsch vom Zweitligisten Augsburg zu RB machen deutlich, in welcher Relation dem Fünftligisten finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Die Gesetzmäßigkeiten des Fußballs werden an diesem Punkt ausgehebelt und ein weiterer Verein aus der Retorte bahnt sich seinen Weg in höhere Klassen. Im Seniorenbereich konnte sich Red Bull den Startplatz des SSV Markanstädt erkaufen, allerdings blieben die Jugendabteilungen unter dem Dach des SSV Markranstädt und die benötigten Startplätze und Mannschaften wurden kurzerhand beim insolventen FC Sachsen eingekauft. Der Betrag von 100.000 Euro erscheint vor dem Hintergrund der mittelfristigen Ziele des neuen Vereins dann doch eher erbärmlich.</p>
<p>Die Zielvorgaben und Vorstellungen aus der Konzernzentrale in Salzburg sind dann auch der primäre Inhalt hinter dem gesamten Gebilde. Im Prinzip versucht Red Bull mit seinem Engagement im Fußball seine Marke bzw. sein Getränk noch weiter in der Mitte der Gesellschaft zu positionieren. Über gewachsene Traditionen und Strukturen im Volkssport wird sich dabei ohne Gewissen hinweggesetzt. Denn eben diese Traditionen sorgen zu einem beträchtlichen Teil für die Leidenschaft, Emotionen und die Begeisterung, die diesen Sport zu solch einem hohen gesellschaftlichen und kulturellen Gut gemacht haben. Eben diese Tatsache will sich Red Bull zu Nutze machen und den Stand des Volkssportes in der Gesellschaft nutzen, dass Vereine in diesem Plan eine untergeordnete Rolle spielen, wird billigend in Kauf genommen. Der Verein dient lediglich als Hülle des Sponsorings und wird praktisch zu einem Teil des Konzerns. So sollte das Logo des neuen Vereins fast 1:1 dem Logo der Getränkemarke entsprechen, wogegen der Sächsische Fußballverband dann allerdings doch Einspruch aufgrund der zu deutlichen Assoziation mit dem Sponsor einlegte. Zwar findet sich jetzt auf den Trikots kein Wappen, aber als Sponsor auf der Brust kann Red Bull natürlich trotzdem in Erscheinung treten. Die Auswirkungen einer solchen Entwicklung sind bereits heute im Profifußball zu erkennen.</p>
<p>Vereine wie der VfL Wolfsburg oder die TSG Hoffenheim bestimmen das Bundesligageschehen mit und es scheint wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis weitere Konzerne oder Einzelpersonen solch eine Einflussnahme im Fußball anstreben. Ein Beispiel für solche Geschäftspraktiken lieferte der Unternehmer Michael Kölmel.</p>
<p>Der Betreiber des Zentralstadions steht dem Einstieg Red Bulls sehr positiv gegenüber und erhofft sich endlich eine rentable Auslastung seiner Arena. Vor einigen Jahren sorgte Kölmel mit seiner Kinowelt AG bzw. der Sportwelt Beteiligungs GmbH im deutschen Fußball für Furore, als er erfolglosen Traditionsvereinen finanzielle Unterstützung zusicherte und ihnen somit zum Sprung in den Profifußball verhelfen sollte. Die meisten Vereine fanden sich anschließend in noch prekäreren Situationen wieder und haben heute noch mit den Nachwirkungen zu kämpfen. Der SV Waldhof Mannheim stand u.a. aufgrund dieser Vorgeschichte schon mehrfach vor dem finanziellen Aus. Persönlich erhielt Kölmel wegen Untreue und vorsätzlicher Insolvenzverschleppung eine Bewährungsstrafe von 22 Monaten und eine Geldstrafe in Höhe von 126.000 Euro.</p>
<p>Dass solche Menschen dem Fußball über kurz oder lang schaden und mit ihrer Profitgier und persönlichen Interessen dem Spiel die Seele rauben, liegt auf der Hand. Eine Bundesliga dominiert von Clubs, deren primäre Ausrichtung einzig und allein auf eine erfolgreiche Markenpositionierung zielt, ist unter keinen Umständen erstrebenswert. Vereine sind keine Konzerne, sondern stehen stellvertretend für die Millionen Menschen, die mit Leib und Seele an ihnen hängen. Ein Fußballclub ist auch immer eines der Aushängeschilder seiner Stadt oder seines Stadtteils. Wenn diese Funktion für die Interessen eines Konzerns in den Hintergrund gerät, dann ist dies sehr bedenklich für die weitere Entwicklung des Fußballs.</p>
<p>Einen anderen Weg gingen die Fans der beiden großen Leipziger Vereine. Nachdem der VfB Leipzig Insolvenz angemeldet hatte und sich vom Spielbetrieb abmelden musste, gründete die aktive Fanszene den Verein unter dem alten Namen aus DDR-Zeiten FC Lokomotive Leipzig neu. Ein Beispiel wozu Fans aus Liebe und Leidenschaft in der Lage sind, vor allem spielt besagter Verein mittlerweile wieder in der Oberliga im oberen Tabellendrittel. Auch unter den aktiven Fans des FC Sachsen rund um die Ultrà-Gruppierungen Diablos Leutzsch hegte sich gegenüber der Vereinsführung immer größerer Unmut, der im vergangenen Jahr dazu führte, dass die Fans einen neuen Verein unter dem traditionellen Namen BSG Chemie Leipzig mit der Heimat im Stadtteil Leutzsch gründeten.</p>
<p>Zwei Projekte die deutlich zeigen, was Leidenschaft und Liebe bewegen können. Natürlich schlagen diese Emotionen oft auch in die andere Richtung aus und die Rivalität zwischen den Anhängern beider Clubs gilt als eine der erbittertsten in Deutschland, auch RB Leipzig erhielt schon Gegenwind von den Fans beider Vereine. Von Unbekannten wurde z.B. der Rasen in Markranstädt mit Hilfe einer Chemikalie unbespielbar gemacht, in den Medien war auch die Rede von Androhungen tätlicher Angriffe gegenüber den Spielern des neuen Clubs, was u.a. zu Absagen von Testspielen führte. Natürlich schlagen solche Aktionen auch teilweise über die Strenge und liefern den Befürwortern des Projektes weiteren Vorschub, aber die Ablehnung gegen Red Bull in Reihen der Fußballfans lässt sich auch sachlich fundieren und wir hoffen, dass wir Euch mit diesem Text einen kritische Sichtweise auf das gesamte Konzept eröffnet haben.</p>
<p><strong>Neue Farben, keine Tradition gab es auch in Salzburg schon! Red Bull verpiss dich! Der Fußball gehört uns!</strong></p>
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