Topspielzuschlag und Dauerkartenpreiserhöhung

An dieser Stelle wollen wir wiederholt auf die Thematik des Topspielzuschlags und der Erhöhung der Dauerkartenund Tagespreise eingehen. Wir sind uns durchaus bewusst, dass unser Verein Einnahmen generieren muss und jede Möglichkeit in dieser Hinsicht zu prüfen und dann gegebenenfalls umzusetzen hat. Im Hinblick auf die Erhöhungen der Eintrittspreise und der Erhebung eines sogenannten Topspielzuschlages entstehen in unseren Augen problematische Entwicklungen.

Ein solcher Zuschlag wurde eingeführt um aus Spielen mit gewisser sportlicher oder historischer Brisanz zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Weder für die Mannschaft noch für die Fans generiert sich dadurch irgendein Mehrwert. Das Spiel ist nicht ansehnlicher und die Chancen auf den Sieg sind nicht höher. Besonders bitter stößt uns aber auf, dass es mittlerweile fast schon zur Gewohnheit wird, Spiele mit künstlich aufgebauter Brisanz zu Topspielen zu deklarieren. Dieses Konzept griff bereits in Liga 2 und somit behielt man es letzte Saison bei und wird es auch in dieser Saison wieder anwenden.

Durch den Verbleib in der 1.Liga und den Hype um Lukas Podolski kann sich der Verein eines dauerhaft erhöhten Zuschauerzuspruches sicher sein. Darum ist davon auszugehen, dass wohl jedes zweite Spiel als „Topspiel“ definiert wird. Die ersten vier Heimspiele und deren Eintrittspreise verdeutlichen diesen Trend. Nach wie vor möchten wir dieses Vorgehen kritisieren. Als Fans des 1.FC Köln sind wir an unserer Mannschaft und nicht an der des Gegners interessiert. Die Aufwertung des Spiels aufgrund eines bestimmten Gegners ist zugleich eine Abwertung des eigenen Teams. Denn jedes Spiel hat für uns durch die Anwesenheit des FC gleich viel Wert. Davon abgesehen ist der Zuschlag schlichtweg eine Ausbeutung des Fans (oder des „Kunden“?). Seine Liebe zum Verein wird damit belohnt, dass er nun regelmäßig bei einer Vielzahl der Spiele noch ein paar Euro drauflegen darf.

Nach dem Verbleib in der höchsten Liga musste man gleichermaßen eine weitere Eintrittspreiserhöhung wahrnehmen. Natürlich wissen wir, dass der gewünschte Transfer von Lukas Podolski einen immensen Investitionsrahmen in Anspruch genommen hat und diese Kosten gedeckt werden müssen, und selbstverständlich wünschen wir uns vor jeder Saison neue Verstärkungen für unser Team, um in der Tabelle weitere Plätze gut zu machen, uns in der 1. Bundesliga zu etablieren und irgendwann vielleicht wieder den Anschluss an die Spitze der Liga herzustellen. Allerdings sollte eine solche Entwicklung nicht ausschließlich auf dem Rücken der Fans ausgetragen werden.

Vor allem sozialschwächeren Fans muss weiterhin die Möglichkeit gegebenen werden, die Spiele ihres bzw. unseres Vereins im Stadion zu verfolgen. Sicherlich dürfen wir uns insbesondere bei den Preisen für eine Dauerkarte im Stehplatzbereich nicht beschweren, aber die Preise im Sitzplatzbereich zählen mittlerweile zur Spitze in Deutschland. Dort hat es Erhöhungen von 50 Euro bis 100 Euro gegeben. Durch die Verschiebung der Kategorien sind es im Unterrang der Gegengeraden sogar 150 Euro mehr!

Dennoch blieb eine große Kündigungswelle aus. Ganz im Gegenteil wurde aufgrund des Ausverkaufs der Dauerkarten sogar noch eine (natürlich kostenpflichtige) Warteliste eingerichtet, die sich direkt großer Beliebtheit erfreute. Daraus lässt sich schließen, dass im Preisgefüge noch genügend Luft nach oben ist. Die einzige Hoffnung ist, dass der Hype um unseren Verein mal ein Ende haben wird und die Zuschauerflut sich wieder legt. Zurzeit bleiben viele, deren Herz am FC hängt, auf der Strecke, weil Trendbesucher mehr bezahlen können. Das ist äußerst bedauerlich für diese Menschen und sehr beschämend für die Führung des Vereins. Diejenigen auszuschlachten,die dies aufgrund der Liebe mit sich machen lassen, zeugt nicht gerade von einem Handeln im Interesse der Fans.

Es natürlich schwer in dieser Problematik eine zufriedenstellende Lösung für allen Beteiligten zu finden, da der Verein natürlich seine Einnahmen erhöhen möchte, aber vielleicht sollten sich die Entscheidungsträger im Verein vor Augen führen, dass der Besuch der Heimspiele diese Clubs für manche Menschen keine bloße Möglichkeit der Freizeitgestaltung darstellt und in Konkurrenz zu einem Kino- oder Theaterbesuch steht, sondern der 1. FC Köln wirklich einen beträchtlichen Teil des Lebensinhaltes ausmacht und kein Trend ist, der sich in den letzten Jahren entwickelte.

Ein weiterer Aspekt, der sich durch die Erhebung von Topspielzuschlägen ergibt, sind die erhöhten Kartenpreise für Fans der Gastmannschaft. Besonders die Fans des FC Bayern können über diese Problematik ein Lied singen, da sie sich bei Spielen ihres Clubs regelmäßig mit erhöhten Preisen im Vergleich zu Partien mit Beteiligung von vergleichsweise unattraktiven Gegnern konfrontiert sehen. Wir konnten diese Erfahrungen vergangene Saison in Hamburg machen, und die Fans aus Frankfurt erleben es beim heutigen Spiel in Köln.

Vor diesen Hintergründen sollte bei den Verantwortlichen vielleicht wieder etwas Normalität einkehren und nicht jedes Spiel zu einem Topspiel deklariert werden. Schließlich sind die Eintrittspreise in den letzten Jahren ohnehin schon erheblich erhöht worden und Fußball in der Bundesliga muss bezahlbar bleiben.

Fußball als Volkssport erhalten!

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